Straffällige tun Gutes

Anzeige
Die jungen Männer bei den Renovierungsarbeiten am Spielschiff am Hagen.Foto: hs

Spielschiff durch Projekt der Jugendgerichtshilfe repariert

Von Halina Schmidt
Ahrensburg. Eigentlich sollte das hölzerne Spielschiff auf dem Spielplatz der Schule am Hagen abgerissen werden. Laut TÜV hatte es zu viele Mängel, so dass die Kinder nicht mehr ungefährdet darauf spielen können.
Dass das Spielschiff jetzt doch stehen bleibt und für weitere fünf Jahre den Kindern zum Spielen und Toben zur Verfügung steht, ist durch ein Pilotprojekt des Vereins für Gefährdeten- und Straffälligenhilfe Stormarn (G.U.S.S.) e.V. möglich, der bei dem Projekt mit dem Schulverein der Grundschule am Hagen zusammenarbeitet. Projektleiter ist der Sozialpädagoge Jan Hitzeroth.
Der Verein, 1998 von der Jugendgerichtshilfe Stormarn gegründet, hat sich zum Ziel gesetzt, jugendlichen Straftätern zu helfen. So bietet die Institution straffällig gewordenen Jugendlichen die Möglichkeit, mit einem Kredit, der aus einem durch Spenden finanzierten Opferfonds stammt, Schmerzensgeldforderungen zu begleichen und das Darlehen dann nach und nach abzubezahlen. Die Renovierungsarbeiten an dem Spielschiff auf dem Spielplatz der Grundschule am Hagen ist jetzt ein Versuch, straffällig gewordenen Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, die in einem Gerichtsurteil auferlegten gemeinnützigen Arbeitsstunden abzuleisten. Bevor das Projekt „Spielschiff“ begann, absolvierten die jugendlichen Straftäter ihre Stunden häufig in Seniorenheimen oder gemeinnützigen Einrichtungen.
„Aber wir haben festgestellt, dass es immer schwieriger wird, die Jugendlichen unterzubringen“, so Tina Brockmann, erste Vorsitzende des Vereins G.U.S.S. Sechs junge Männer arbeiten bei dem Bauprojekt eine Woche lang unter der handwerklichen und pädagogischen Leitung von Jan Hitzeroth daran, das Spielschiff zu renovieren, am Ende der Woche soll es wieder zum Spielen freigegeben werden.
Auch die jungen Männer, die bei der Arbeit ihre Sozialstunden ableisten, sehen das Projekt positiv. „Es ist eine schöne Erfahrung, es macht Spaß“, so einer der jungen Männer. Und ein anderer ergänzt: „Wenn man später mal vorbeifährt, kann man sagen: Da habe ich mitgearbeitet.“
Nach der Hälfte der Woche, sei die Bilanz des Projekts sehr gut, so Tina Brockmann. (hs)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige