Streuen, bevor es friert

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Verkehrsminister Reinhard Meyer (l.) und Stefan Klempau im gut gefüllten Salzlager Foto: fnf

Salzlager der Autobahnmeisterei voll. Winterdienst arbeitet erstmals präventiv

Von Finn Fischer
Stormarn
Noch fallen nur die Blätter, doch bald auch die Schneeflocken. Und dann bricht wieder Chaos aus auf den Straßen, denn wie in jedem Jahr kommt der Winter für viele Autofahrer urplötzlich. Nicht so für den Winterdienst. Die Autobahnmeistereien horten schon jetzt tonnenweise Streusalz. Auch im Kreis Stormarn sind die Depots aufgefüllt.
„Uns steht immer ausreichend Salz zur Verfügung“, versichert Jörg Becker, Leiter der Autobahnmeisterei. „Seit kurzem haben wir auch die Möglichkeit, präventiv zu streuen. Dadurch erhöht sich die Haftung erheblich.“ Für den Winterdienst ist das Straßennetz im Zuständigkeitsbereich der Autobahnmeisterei in sechs Abschnitte eingeteilt. „Wir verfügen über sieben eigene Fahrzeuge und haben zusätzlich zehn Unternehmer unter Vertrag“, so Becker.
Auf dem Betriebshof der Autobahnmeisterei bei Bad Oldesloe befinden sich derzeit 1.000 Tonnen Salz, weitere 600 Tonnen in Barsbüttel und 250 Tonnen in Hamberge. Die Salzbestellung erfolgt je nach Verbrauch fortlaufend online über ein Portal beim Deutschen Straßendienst (DSD). Der hat die Verpflichtung, innerhalb von 48 Stunden Salz zu liefern.
Landesweit liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: In den letzten Wochen wurden beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) rund 1.000 Fahrzeuge auf Vordermann gebracht und landesweit 53 Lagerstätten für Streusalz bis zum Rand aufgefüllt. „Damit halten wir landesweit zunächst 32.000 Tonnen Salz im Wert von 2,4 Millionen Euro vor – können bei Bedarf aber auch innerhalb von zwei Tagen nachladen, um das 8.134 Kilometer umfassende Straßennetz schnee- und eisfrei zu machen“, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer, der zum Saisonstart die Autobahnmeisterei in Bad Oldesloe besuchte.
Jens Sommerburg, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Lübeck: „Wir sind gut vorbereitet auf den Winter.“ Doch auch die Autofahrer sind in der Pflicht, in den kommende Monaten mit Umsicht zu fahren. „Nach Gesprächen mit Mitarbeitern, muss man leider sagen, dass viele Verkehrsteilnehmer nur an sich denken“, findet Stefan Klempau, Mitarbeiter der Autobahnmeisterei. Es habe schon Telefongespräche gegeben, in denen frustrierte Autofahrer ihm und Kollegen Prügel angedroht haben. Klempau: „Wir verrichten hier unseren Job, aber wir können einfach nicht überall sein.“
Das zunehmend „raue Klima“ auf der Straße kann auch Leiter Jörg Becker bestätigen: „Es gab schon Situationen, in denen Autofahrer zwischen den Streufahrzeugen durchgefahren sind und sich dann wunderten, dass sie ins Schleudern gerieten. Manchmal ist das, was die Kollegen hier erleben, wirklich abenteuerlich.“
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