Ukrainische Gäste

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Die Kinder aus der verstrahlen Tschernobyl-Region und ihre Betreuer besuchen drei Wochen lang das Schullandheim Erlenried Foto: stb

Verein Privyt hat Kinder aus Tschernobyl-Region eingeladen

Großhansdorf Ein fröhliches Treiben herrscht auf dem Gelände des idyllisch gelegenen Schullandheims Erlenried (Radeland 42). Niemand würde ahnen, dass sich die miteinander ausgelassen spielenden Kinder erst seit ein paar Tagen kennen. Sie kommen aus ärmlichen Verhältnissen und leben mit ihren Verwandten in der verstrahlten Zone in der Nähe des Atomkraftwerks Tschernobyl. Die Krankheiten und das Leid ihrer Angehörigen scheinen für kurze Zeit in den Hintergrund zu treten. Lachend spielen sie Tischfußball, Federball oder malen Bilder.
„Das Kennenlernen geht immer so schnell“, sagt Initiator und Vorsitzender Wulf Garde vom Verein Pryvit – Hilfe für Tschernobyl-Kinder. Zum vierten Mal bietet der Verein den Kindern die Möglichkeit, sich drei Wochen lang zu erholen. Allein 6.000 Euro kostete der Transport der Kinder in diesem Jahr. Der auf dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder basierende Verein ist auf Spenden angewiesen. Zu den Unterstützern zählt unter anderem der Round Table Ahrensburg.

Arztbesuche geplant


Nach monatelanger Vorbereitung und stetiger Arbeit sei der pensionierte Physik-Lehrer nun mehr als froh, dass alle Kinder heil angekommen sind. Die 13 Kinder sind zwischen acht und zwölf Jahren alt, zwei von ihnen sind bereits 15. Aus 38 Familien haben Garde und seine Kollegen von Pryvit die Kinder vor Ort ausgewählt. Kriterien waren die dortigen Lebensverhältnisse.
Gesundes Essen und vor allem Arztbesuche stehen auf dem Programm, wie eine Generaluntersuchung in der Park Klinik Manhagen und ein Augenarztbesuch. Aber auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen. Geplant sind ein Ausflug in den Tierpark Hagenbeck, ins Schwimmbad sowie an die Ostsee. Im hauseigenen Ofen können die Kinder zudem töpfern. Traditionell steigt zum Abschluss am Sonnabend, 15. August, ein ukrainisches Fest, alle Interessierten sind dazu eingeladen. Um Sprachbarrieren zu überwinden haben die zwei ukrainischen Deutsch-Studentinnen Olha und Daria, die als Dolmetscher und Betreuer mitkamen, kleine Übungen für die Kinder vorbereitet. Stolz tragen sie die gerade erst gelernten Wörter vor. Auch Garde lernt einige Wörter auf Ukrainisch. Nur bei der Aussprache ist er sich noch unsicher. Aber was Pryvit bedeutet, ist hier allen klar: „Hallo“. Das Wort, das der Anfang einer tollen Begegnung ist. (stb)
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