Unterwegs wie die US-Kollegen

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Die Polizisten Sandra Reese und Alexander Schröder mit dem neuen Einsatzwagen Foto: M.Keil

Neue Polizeiautos haben Heulsirene, Videokamera und Stopp-Sticks

Von Manuela Keil
Ahrensburg Der Jahreswechsel ist erst wenige Tage her, und für die Polizeibeamten in der Stadt ist der Alltag eingekehrt. Die Silvesternacht beschreibt Revierleiter Norbert Patzker als „den alltäglichen Wahnsinn nur in komprimierter Form“. So hatten die Beamten mehrere Einsätze wegen Vandalismus. Außerdem mussten sie wegen Sorgerechtsstreitigkeiten, Schlägereien, einem Pkw-Brand, Raub, Einbruchsdiebstahl und gefährlicher Körperverletzung durch Böller ausrücken sowie wurden zu hilflosen Personen gerufen.
„Ohne Alkohol hätten wir nicht einen Einsatz gehabt“, sagt Patzker. In der Silvesternacht sei vorsorglich mehr Personal im Einsatz. Eine kurze Datenerfassung und die Spurensicherung erfolgt noch in derselben Nacht, die Einsatzberichte folgen später.

Bessere Ausleuchtung

Mit dabei war diesmal auch der neue Polizeiwagen. Er ist mit neuester Technik ausgestattet. Mit einer schrillen Sirene, Videokamera, besserer Beleuchtung und einem Stopp-Stick sollen die neuen Fahrzeuge für mehr Sicherheit sorgen. „Denn der Streifenwagen ist ein normaler Arbeitsplatz für uns“, sagt Patzker. Die technische Aufrüstung ist ein wichtiger Beitrag, um die Arbeit der Beamten sicherer zu machen. So haben sich bereits die zusätzlichen Scheinwerfer auf dem Dach bewährt, sagt Polizeihauptmeisterin Sandra Reese. „Durch die bessere Ausleuchtung finden wir bei Einsätzen die Hausnummern schneller.“ Der schrille Heulton, das Yelp-System, ist ein zusätzliches Signal-Horn, das Autofahrern das Zeichen zum Anhalten geben soll. Vorbild dazu ist die US-Sirene amerikanischer Polizeiwagen. Der neue Ton ersetzt jedoch nicht das Martinshorn. Neu ist ebenfalls auf dem Dach eine Anzeigetafel, die außer „Stopp Polizei“ in roten Buchstaben „Unfall, Nebel, Glätte“ anzeigen kann. Auch hierbei diente die US-Polizei als Vorbild. Außerdem können mit einer Videokamera Verkehrskontrollen aufgezeichnet werden. „Wir müssen jedoch den Verkehrsteilnehmer informieren, dass er gefilmt wird“, sagt Revierleiter Patzker. Nach 72 Stunden werden die Aufnahmen gelöscht und überspielt, es sei denn, sie sind als Beweismittel nötig. Zwei Lampen im Kühlergrill der neuen Fahrzeuge erhöhen ebenfalls die Sicherheit, da Autofahrer im Rückspiegel die Polizeifahrzeuge besser sehen können.

Neue Stopp-Sticks

Neu sind zudem die Stopp-Sticks, die bei Verfolgungsfahrten eingesetzt werden. Musste die Polizei früher Nagelgurte auslegen und befestigen, legen die Beamten nun die einen Meter langen Sticks lediglich auf die Straße. Diese sind mit Nägeln und Luft gefüllt und mit Schaumstoff ummantelt. Fährt ein Fahrzeug darüber, entweicht die Luft langsam aus den Reifen. Das bedeutet kein Platzen der Reifen mehr wie bei den Nagelbrettern und somit mehr Sicherheit für die Autofahrer. Vier neue Fahrzeuge hat Stormarn bekommen, zwei Ahrensburg, je eines die Autobahnpolizei Bad Oldesloe und die Polizeistation Bad Oldesloe. Eines der Ahrensburger Fahrzeuge ist jedoch derzeit fahruntüchtig. Bei einer seiner ersten Einsatzfahrten wurden die Polizeibeamten selbst Opfer eines Zusammenstoßes. Insgesamt sind in Schleswig-Holstein in der ersten Phase 117 Streifenwagen verteilt worden. In den kommenden Jahren sollen 368 weitere folgen. Das Land lässt sich die Aufrüstung seiner Polizeiwagenflotte bis 2017 insgesamt 4,8 Millionen Euro kosten.
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