Verkauf des Großensees nur verschoben?

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Der Großensee sollte über eine Million Euro einbringen Foto: wb
Großensee. Die Pläne der Stadt Hamburg, den Großensee zu verkaufen, sind vorerst ad acta gelegt. Das Gewässer sollte über eine Million Euro einbringen. Es gingen allerdings keine entsprechenden Angebote ein. Die Gemeinde Großensee wollte weniger als die Hälfte für das 73 Hektar große Gewässer bezahlen. Das war der Stadt Hamburg zu wenig. Andere Interessenten hatten sich nicht gemeldet.
In der Gemeinde ist man sich unterdessen nicht sicher, ob man sich freuen oder ärgern soll. Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers sagte, dass es zunächst eine erfreuliche Nachricht sei, dass der Großensee nicht verkauft werden konnte. „Weil man sich nicht sicher sein konnte, ob ein privater Anbieter den Zuschlag erhalten und was dieser dann mit dem Großensee vorhaben würde“. Andererseits ist der Verkauf höchstwahrscheinlich nur auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden. „Jetzt hängt die ganze Sache wie ein Damoklesschwert über der Gemeinde. Wenn der Großensee verkauft worden wäre, wäre dies zwar nicht schön gewesen, aber dann hätten wir das Ganze hinter uns gebracht“, so Lindemann-Eggers weiter.

Die Gemeinde geht davon aus, dass der Verkauf mittelfristig von der Stadt Hamburg angeschoben wird. Großensee hatte zwar um das Gewässer mitgeboten, aber die von der Stadt Hamburg geforderten 1,15 Millionen Euro wollte man nicht aufbringen. Lindemann-Eggers sieht keine Möglichkeiten, große Einnahmen aus dem Besitz des Großensees zu erzielen. „Es entstehen monatliche Kosten in Höhe von 15.000 Euro. Die muss man erst mal einspielen. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet mit eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten“, erläutert er. Die Verkaufspläne Hamburgs wurden im Spätsommer bekanntgegeben und Interessenten aufgefordert, ein Gebot abzugeben.

Das Angebot der Gemeinde Großensee hat eine Kommission des Hamburger Senats als zu niedrig abgelehnt. Die Großenseer zeigten sich zufrieden mit der Entscheidung. Laut einer Wochenblatt-Umfrage finden es die Bürger besser, dass der See weiterhin in öffentlicher Hand bleibt. So ist die in Großensee ansässige Künstlerin Sylvia Stuhr der Meinung, dass der Großensee als Naherholungsgebiet eine wichtige Funktion für die Menschen im Ort ausübe. „Deswegen ist es gut, dass er nicht in private Hände gekommen ist.“ (cy)
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