Vermittler fürs Ehrenamt

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Annette Maiwald-Boehm, Leiterin des Peter-Rantzau-Hauses Foto: fnf
 
Das Peter-Rantzau-Haus in Ahrensburg Foto: fnf

Peter-Rantzau-Haus nimmt an bundesweitem Wettbewerb für Fördergelder teil

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Mit einer Feierstunde ehrten Gäste aus Politik und Gesellschaft die wichtige Arbeit des Peter-Rantzau-Hauses. Die Ahrensburger Einrichtung besteht seit 35 Jahren, organisiert seit der Gründung ehrenamtliche Arbeit, bietet Bildungsangebote und bringt Menschen zusammen. Alles begann mit der Errichtung einer Altentagesstätte auf Antrag der Arbeitsgemeinschaft der „Freien Wohlfahrtsverbände“. Die Stadtverwaltung stimmte zu, die Arbeiterwohlfahrt (Awo) übernahm die Trägerschaft. Das war im August 1966.
Erst 1980 bekam die Altentagesstätte ihren heutigen Namen: „Peter-Rantzau-Haus“. In den folgenden Jahren wurde das Angebot immer weiter ausgebaut. Zunehmend engagieren sich Ahrensburger ehrenamtlich in der Einrichtung, organisieren Kurse und Bildungsangebote. 2006 verzeichnete das Peter-Rantzau-Haus rund 14.000 Besucher. Die Diskussion um einen Neubau kam ins Rollen. Bereits im Mai 2007 beschließt der Sozialausschuss als Standort den Stormarnplatz neben dem Rathaus. Es folgen Planungen und Ausschreibungen, schließlich der Bau. Bis 2010 sollte das neue Haus schließlich fertiggestellt sein.
Eine einfache Altentagesstätte ist das Peter-Rantzau-Haus schon lange nicht mehr. Längst gibt es Angebote für alle Altersgruppen. „Viele Ahrensburger denken immer noch, das Peter-Rantzau-Haus sei nur etwas für alte Leute. Der Ruf hat natürlich mit der Geschichte zu tun“, sagt Leiterin Annette Maiwald-Boehm. „Wir versuchen vermehrt und gezielt, auch jüngeres Publikum anzusprechen.“ Das gilt sowohl für Besucher als auch für Dozenten. „Wir suchen immer Menschen, natürlich auch jüngere, die sich bei uns ehrenamtlich engagieren wollen.“ 2014 waren es 168 ehrenamtliche Helfer, die teils regelmäßig, teils sporadisch, Aufgaben im Haus übernommen haben.
Wie in den vergangenen Jahrzehnten wird das Programm auch jetzt noch stetig ausgebaut. Die Awo hat sich als Träger nun bei dem Wettbewerb „Engagierte Stadt“ beworben. Auf Initiative des Bundesministerium für Familie, fünf Stiftungen und einem Unternehmen winken insgesamt mehr als drei Millionen Euro für Projekte ehrenamtlich tätiger Organisationen im Bundesgebiet.
Unter dem Arbeitstitel „Augen auf und tu‘ was“ wurde das Projekt des Peter-Rantzau-Hauses eingereicht. „Es geht uns darum, eine bessere Vernetzung herzustellen, um das Ehrenamt in der Stadt weiter aufzubauen. Wir möchten die Bürger für die Probleme ihrer Mitmenschen sensibilisieren und anregen, dann auch etwas zu tun“, erklärt Annette Maiwald-Boehm. Konkret soll ein Netzwerk hergestellt werden, in dem sich lokal ansässige humanitäre Organisationen, Unternehmen und Stadtverwaltung austauschen und gemeinsame Projekte anstoßen können. In drei Jahren sollen sogenannte Ehrenamtscouts Kontakte herstellen. Annette Maiwald-Boehm sieht des Peter-Rantzau-Haus in der Rolle des Vermittlers für Ehrenamt.
Die Chancen auf eine Förderung durch den Wettbewerb stehen gut. „Aus 272 Städten wurden bereits 55 ausgewählt, drei davon sind Städte in Schleswig-Holstein“, so Maiwald-Boehm. 50 Projekte erhalten eine Förderung. „In dem Rahmen, in dem wir planen, sind wir auf die Förderung angewiesen. Ohne sie könnten wir das nicht wuppen.“ Ein ausgefeiltes Konzept steht bis zum 20. Juli. Ende August fällt dann die Entscheidung über die Vergabe der Fördergelder.
Annette Maiwald-Boehm sieht das Projekt als eine Starthilfe: „Es sollen die Strukturen geschaffen werden. Wenn die stehen, wird die Arbeit später auch ohne Förderung funktionieren.“

Weitere Infos: Peter-Rantzau-Haus
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