Vom Baum in die Flasche

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Jürgen und Erika Schulze füllen ihre Äpfel in den Hänger

Nach der Apfelernte wird der Saft in der Nienwohlder Mosterei gekeltert

Von Christina Schlie
Elmenhorst. Durch die Kälte und Nässe im Frühjahr fällt die Ernte bei den Apfelbauern in diesem Jahr eher mager aus. Wurden laut Statistischem Bundesamt 2012 noch 33.500 Tonnen Äpfel geerntet, so sind es in diesem Jahr bundesweit nur 27.800 Tonnen.
Davon lassen sich die 15 ehrenamtlichen Pflücker nicht abschrecken. Gut gelaunt und hoch motiviert machten sich die sieben Männer und acht Frauen vom Elmenhorster Teichkombinat auf den Weg zum Biotop, das vor gut zehn Jahren als Ausgleichsfläche für ein Neubaugebiet angelegt wurde. Auf der 1,8 Hektar großen Fläche wachsen Birnen- und Pflaumenbäume sowie etwa
50 Apfelbäume.

Nasses Frühjahr reduziert den Ertrag

„Auch wir sind vom nassen, kalten Frühjahr betroffen. In diesem Jahr haben wir nur knapp zwei Tonnen Äpfel“, so Christian Sänger, Vorsitzender des Vereins. „Unser Obst ist absolut ungespritzt. Wenn es zertifiziert wäre, hätten wir bestes Bio-Obst.“ Über 20 verschiedene, meist altdeutsche Apfelsorten pflücken die Mitglieder der Teichkombinatstruppe.
Einige werden auch vom Boden aufgesammelt und in die zahlreichen Autoanhänger geschüttet. Gleich mit mehreren Fahrzeugen wird die Ernte in die Süßmosterei von Martin Schmidt nach Nienwohld gefahren.
Die gepflückten Äpfel bringen die Freiwilligen in die Nienwohlder Mosterei von Martin Schmidt. Eine von vier Süßmostereien im Land. Auf dem Hof nimmt der Hausherr die Fuhren in Empfang.

Zerkleinert und ausgepresst

Nachdem die Ladung gewogen, verlesen und gewaschen wurde, beginnt die eigentliche Saftproduktion. Die Äpfel werden zu Maische zerkleinert, bevor der wichtige Pressvorgang beginnt. Zwischen den einzelnen Walzen werden die Apfelstückchen ausgepresst und der Saft in großen Tanks aufgefangen.
„Der Trester, der übrig bleibt, wird zu Kompost verarbeitet oder als Viehfutter genutzt“, erklärt Martin Schmidt. „Der trübe Apfelsaft ist im Prinzip, nachdem die gröbsten Partikel per Zentrifuge entfernt wurden, fertig. Für die klare Variante muss noch mehrfach zentrifugiert werden“, erklärt der Fachmann. Nach dem Pasteurisieren kann der Saft dann in Flaschen abgefüllt werden. Auch für Martin Schmidt sind die Ernteeinbußen spürbar. „Wir rechnen mit gut 20 Prozent weniger Äpfel als im vergangenen Jahr“, sagt er. In diesem Jahr hat er etwa 280 Tonnen Äpfel zu 220.000 Litern Saft verarbeitet. Die zwei Tonnen Äpfel vom Elmenhorster Teichkombinat ergeben knappe 200 Liter Saft.

Der Saft wird an Kita-Kinder gespendet

Wie schon in den vergangenen Jahren spenden die Freiwilligen den Apfelsaft an den DRK- Kindergarten in Elmenhorst. „Die Kinder freuen sich immer riesig darauf“, erklärt Pflücker Hermann Kielhorn. Und ein Blick in die strahlenden Kinderaugen, wenn sie den ersten Apfelsaft des Jahrestrinken, genügt als Belohnung. (cs)
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