Warten auf den Service

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Christian Gajda, Bernd Marzi und Carlo Tauber stehen am Bushalt „Schulzentrum“ Foto: msa

Trittauer können HVV-Zeitkarten nicht vor Ort kaufen

Von Michael Sakrzewski
Trittau. 1.124 aller knapp 8.000 Einwohner der Gemeinde fahren zum Arbeiten nach Hamburg. Viele davon sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.
Doch seit mehr als einem Jahr gibt es in Trittau kein Geschäft, das HVV-Zeitkarten und Fahrscheine anbietet.
Pendler, die eine Zeitkarte kaufen möchten, müssen nach Glinde oder Ahrensburg fahren – hin und zurück macht das im Schnitt 32 bis 38 Kilometer.„Ich bin mehr als verärgert“, sagt Carlo Tauber. Regelmäßig nutzt der Trittauer den Bus. Doch Tickets bekommt er nur beim Fahrer, wenn er das nötige Kleingeld parat hat. Tauber findet es vor allem traurig, dass die Gemeindeverwaltung diesen Missstand so lange hinnimmt.
Bürgermeister Walter Nussel versprach auf dem Neujahresempfang: „Die Gemeinde wird es übernehmen. Wir werden in der Verwaltung eine Verkaufsstelle für HVV-Karten einrichten.“ Doch dieser Plan ist nicht neu, seit einem Jahr verspricht die Verwaltung ihren Bürgern eine Verbesserung der Situation.
Gemeinde hält Bürger seit einem Jahr hin
Auch die Betreiber einige Geschäfte wären bereit wären, Zeitmarken zu verkaufen. Die Händler scheuen aber die von dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) geforderte Kaution in Höhe von 2500 Euro. „Die sollen doch froh sein, wenn jemand die Karten im Ort verkauft“, sagt Carlo Tauber. Doch statt einen Händler zeitnah mit dem Service zu beauftragen und die Kaution zu bezuschussen, plante die Verwaltung, eigene Mitarbeiter damit zu beauftragen. Aus dem Rathaus hieß es bereits vor einem Jahr: „Die Mitarbeiter müssten vorerst geschult werden.“
Gemeindevertreter Bernd Marzi (SPD) sprach die Situation mehrfach auf Gemeindevertretersitzungen an. Zudem hat Marzi auch den HVV informiert und gebeten, diesen Zustand schleunigst abzustellen. Ihn erreichte aber nur eine unpersönliche Antwort mit dem Wortlaut „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Bearbeitung Ihrer Eingabe und die erforderliche Recherche je nach Aufwand einige Zeit in Anspruch nehmen kann.“
Der Vorsitzende des Seniorenbeirats Christian Gajda ärgert sich über den mangelhaften Service der Verkehrsbetriebe: „Die sind doch nur auf Gewinne fixiert. Der Dienstleistungsgedanke schwindet immer mehr“, sagt er. Schwierig sei vor allem die Situation für Schüler. Zwar gibt es die Möglichkeit, die Karten über das Internet zu bestellen, aber das nützt den Schülern wenig, denn sie haben im Web keine Möglichkeit (juristisch) nachzuweisen, dass sie tatsächlich Schüler sind.
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