Wassersport- und Kleingartenverein seit 1933

Anzeige
Die Kanusportler des Bootsvereins Obertrave e.V. sind engagiert und trainingsfleißig. Jugendliche und Erwachsene erpaddelten im vergangenen Jahr insgesamt 4647 Kilometer. Foto: pi/ jae

Eine solche Kombination wie beim Bootsverein Obertrave ist einmalig

Bad Oldesloe. Am Ufer der Trave, unweit des Klinikums, ist der 1933 gegründete Bootsverein Obertrave e.V. zu Hause. Ein Dorado für knapp 200 Paddler mitten im Naturschutzgebiet, darunter 36 Kleingärtner auf liebevoll gepflegten Parzellen. Sie alle freuen sich: Die Saison beginnt. „Wir sind ein Wassersport- und Kleingartenverein, das ist wohl eine einmalige Kombination in Deutschland“, sagt Vereinsvorsitzender Rolf Erdorf. Der 55-jährige Literatur-Übersetzer, früher in Hamburg-Winterhude zu Hause, ist ein begeisterter Kleingärtner und seit seiner Kindheit ein trainingsfleißiger Kanusportler.
Vor zwei Jahren zog Erdorf nach Bad Oldesloe, erwarb auf dem stadteigenen Gelände an der Obertrave ein Gartenhaus und pflanzte fortan Kartoffeln, dicke Bohnen, Erbsen, Kürbis und Zucchini an. So wie viele anderen Kleingärtner auch. Wenig später schloss sich Rolf Erdorf den Paddlern an, denn das steht in der Vereinssatzung: Wer einen Kleingarten bewirtschaftet, der muss auch Mitglied im Bootsverein Obertrave sein. Heidelore Conrad, seit sechs Jahren Vereinsmitglied und Schriftführerin des Bootvereins Obertrave, erklärt: „Wer weiter als 13 Kilometer vom Standort unseres Vereins entfernt wohnt, darf nicht Mitglied werden. Wir möchten nicht, dass das Ufergelände plötzlich überwiegend von Wochenendausflüglern genutzt wird oder zu einem Campingplatz wird. Eine Abgrenzung gibt es jedoch nicht, Gäste sind herzlich willkommen.“ Seit Mitte April haben die Vereinsmitglieder das Bootshaus und über 50 Boote auf Vordermann gebracht. „Der Winter war lang“, sagt Rolf Erdorf, „wir haben wie jedes Jahr Maler- und Reparaturarbeiten vornehmen müssen.“ Der „Arbeitsdienst“ erstreckt sich auf das gesamte Ufergelände, ganz nach der Devise: Umweltschutz ist nicht nur eine Aufgabe der Kleingärtner, sondern auch der aktiven Paddler. „So können bereits die Jugendlichen hautnah die Natur entdecken und erleben“, sagt Rolf Erdorf.
Das Training der Jugendlichen (dienstags) und Erwachsenen (mittwochs) hat begonnen. Nach und nach trudeln sie ein: Erika Barlach-Deutsch, Elke Hobus, Martina Flint, Heidelore Conrad und andere. Auch Axel Flint (15) und Ella Möller (14) sind gekommen. Heute will „Rekordpaddler“ Axel, der letztes Jahr 260 Kilometer schaffte, so richtig loslegen: Elf Kilometer die Obertrave flussaufwärts mit der Erwachsenengruppe, das dauert anderthalb Stunden.
Rolf Erdorf steht am Bootsanleger und schaut ihnen nach. Die Sonne scheint, das Wasser ist spiegelglatt. Ideal für die Paddler also. Zügig geht es vorwärts: Vorbei an der „Grünen Brücke“ im Brenner Moor, der „Donnerbrücke“ zwischen Nütschau und Schlamersdorf, der Bank am Ufer der Trave und schließlich das Ende des Tralauer Waldes. Das ist der Wendepunkt. Irgendwo hinter dem Horizont liegt Bad Segeberg.
„Wir sind nicht total auf Leistung getrimmt, es ist auch der körperliche Spaß, der uns in die Boote treibt“, erklärt Rolf Erdorf. „Wasser und Natur sind ein Mehrwert für die Menschen. Hier allein in der wunderschönen Landschaft zu sein, das ist die Verwirklichung eines Traums.“ (pi/ jae)
Anzeige
Anzeige
2 Kommentare
1.241
Elke Noack aus Rahlstedt | 02.05.2012 | 17:36  
6
Rolf Erdorf aus Bad Oldesloe und Umgebung | 04.05.2012 | 16:01  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige