Wege in den Alltag

Anzeige
Katharina Elson (v.l.) und Stephanie Massel Foto: fnf

Verein Hölderlin hilft psychisch Kranken

Ahrensburg Viele psychisch erkrankte Menschen müssen sich nach einer Therapie oder einem stationären Klinikaufenthalt erst wieder zurecht finden. Ein neues psychosoziales Zentrum will Stormarnern mit seelischen Erkrankungen nun eine unkomplizierte Therapiemöglichkeit bieten.
Noch wirken die großzügigen Räumlichkeiten wie eine Wohnung kurz nach dem Einzug. Groß und leer. „Die Küche kommt nächste Woche“, sagt Stephanie Massel vom Hölderlin-Team und zeigt in einen Raum neben dem großen Saal. Hier soll in Gruppentherapien demnächst gekocht werden. In einem kleineren Zimmer wird eine Kreativwerkstatt entstehen.
Es sind Menschen mit schweren Depressionen oder Psychosen, solche die an Schizophrenie erkrankt sind, an die sich das Angebot des Hölderlin e.V. richtet. Der Verein hat Anfang April nun einen Standort in Ahrensburg (An der Reitbahn 3) eröffnet, existiert aber bereits seit Anfang der 90er-Jahre. Im Spätsommer 1992 traf sich erstmals ein kleiner Förderkreis und schon ein Jahr später wurde Hölderlin e.V. zum festen Bestandteil des Hamburger „Unterstützungs-Netzes“ für Menschen mit einer psychischen Erkrankung.
Von Anfang an dabei war der heutige Fachliche Leiter der Einrichtung, Peter Borchardt, der sowohl den ersten Impuls zur Gründung dieser Einrichtung als auch zu deren konzeptioneller Ausrichtung gab. „Über den gemeinsamen Nenner der konzeptionellen Ausrichtung hinaus brachten Mitarbeiter eigene berufliche Erfahrungen, Ausbildungen und Ansichten mit, die in Form einer offenen Begegnung in das Konzept und die praktische Arbeit einflossen.“
Das Angebot soll eine Ergänzung zu den bestehenden Therapiemöglichkeiten sein. Stephanie Massel: „Es richtet sich an Menschen, die sich gerade in einer Therapie befinden oder eine Behandlung wegen einer psychischen Erkrankung hinter sich haben und jemanden brauchen, der ihnen bei der Alltagsbewältigung hilft.“
Dazu gehört auch der Erhalt der eigenen Wohnung, Hilfe bei der Erledigung alltäglicher Notwendigkeiten, wie dem Umgang mit Behörden oder auch die Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung.
„Betreuung findet auch in den eigenen Wohnräumen statt“, erklärt die 32-Jährige. Gemeinsam mit Katharina Elson organisiert sie in den Räumlichkeiten in der Innenstadt zukünftig Einzel- und Gruppentherapien, gemeinsames Kochen, Malen, Musik machen. „Es ist eine Belastungsprobe, die Normalität zurück zu finden“, erklärt Stephanie Massel. (fnf)

Weitere Informationen unter 04102/604 45 48

Info: Die Name Hölderlin e.V. geht auf den deutschen Lyriker Johann Christian Friedrich Hölderlin (1770 - 1843) zurück, der unter einer Manie gelitten haben soll. Er wurde zeitweise zwangsbehandelt. (fnf)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige