„Wir halten die Augen auf“

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Udo Siekendieck und Jürgen Martens auf einem Rundgang im Stadtteil Gartenholz. „Wir kontrollieren nicht den Nachbarn, wir halten nur die Augen auf“, sagt Siekendieck. Foto: hb

Verein „Bürger für Sicherheit“ reduziert im Gartenholz Zahl der Einbrüche

Von Henrik Bagdassarian
Ahrensburg. Es war das Jahr 1996, eine Zeit, in der Ahrensburg und Großhansdorf von einer Einbruchswelle heimgesucht wurden. Engagierte Bürger gründeten damals den Verein „Bürger für Sicherheit, der heute 400 Mitglieder zählt.
Leben auf die Straße zu bringen – lautete das Motto. Die Polizei konnte nicht überall sein, auch das war verständlich. Präsenz, Aufmerksamkeit und gegenseitige Unterstützung sind sehr wirksame präventive Mittel, Haus und Wohnung gegen Einbruch zu schützen.
Mittlerweile sind es rund 37.000 Beobachtungsgänge im Jahr, die von den 120 aktiven Mitgliedern absolviert werden. Mindestens eine halbe Stunde lang sein muss der Rundgang sein, um statistisch erfasst zu werden Zur Ausrüstung eines Beobachtungsganges gehören neben dem Mobiltelefon, der Notizblock und die Taschenlampe.
„Keiner ist irgendeinem Zwang oder einer Verpflichtung unterlegen, es geschieht alles ehrenamtlich und freiwillig“, sagt Jürgen Martens, 2. Vorsitzender von „Bürger für Sicherheit“. Neben 120 Aktiven unterstützen an die 280 Förderer, zu denen auch Geschäftsleute gehören, den Verein finanziell. Anfänglich gab es auch Kritik. Von Hilfssheriffs und Wichtigtuern war die Rede. Aber einmal im Jahr präsentierte der Polizeichef auf der Mitgliederversammlung des Vereins die aktuelle Kriminalstatistik. Schnell wurde auch dem letzten Zweifler bewusst, dass es in Ahrensburg im Vergleich zu ähnlich gelagerten Städten ruhiger geworden ist.
Nicht eingreifen sondern sofort die Polizei verständigen – es gelten klare Regeln für die aufmerksamen Bürger für Sicherheit. „Und die Polizei ist sehr schnell vor Ort, wir rufen direkt auf dem Revier an“, sagt Martens. Lieber einmal mehr anrufen als einmal zu wenig, das sei vorrangig. Mal ist es ein verdächtiges Auto, mal eine verdächtige Person.
Beobachten, möglichst viele Details notieren und umgehend die Polizei informieren. Aber immer auch ein Auge darauf haben, was beim Nachbar los ist, wenn mittags die Rollläden noch unten sind, eine verdächtige Leiter im Vorgarten liegt, das Küchenfenster längere Zeit auf Kipp gestellt ist oder die Post aus dem Briefkasten quellt. Ein neues Jugendschutzprojekt wird gerade von dem Verein ins Leben gerufen: die „Nachtraben“. Die Mitarbeiter sind an gelben Jacken und Westen zu erkennen. Sie sind meist nachts und zu dritt unterwegs. Sie sind vorrangig dort, wo viele Jugendliche zusammenkommen.
Sie beobachten und helfen, greifen aber selbst nie ein und rufen professionelle Hilfe, wenn es nötig ist. In Skandinavien läuft dieses Projekt seit vielen Jahren sehr erfolgreich.
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