Wissenswertes über Pflege

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Die Verwaltungsangestellte Bianka Barkmann (l.) und die Sozialarbeiterin Carina Wrage sind Mitarbeiter des neuen Pflegestützpunktes in der Kreisverwaltung Foto: fnf

Angehörige und Betroffene können sich in der Kreisverwaltung beraten lassen

Von Finn Fischer
Stormarn
Er soll bestehende Stellen vernetzen und eine Anlaufstelle für auskunftssuchende pflegebedürftige Bürger und deren Angehörige sein: Der Kreis Stormarn hat ab sofort einen Pflegestützpunkt. Damit sollen Versorgungslücken im Einzugsgebiet identifiziert, vor allem aber Licht ins Dunkle des Pflege-Dschungels gebracht und das Thema „Pflege“ an sich enttabuisiert werden.

„Wir wollen Menschen in belastenden Pflegesituationen helfen.“ Carina Wrage, Mitarbeiterin Pflegestützpunkt

„Wir wollen Menschen in belastenden Pflegesituationen helfen, neutral und unabhängig beraten“, erklärt Carina Wrage, die die neue Stelle in der Kreisverwaltung leitet und koordiniert. Alle Einrichtungen, die kreisweit existieren, sollen hier zusammengefasst und niedrigschwellig zugänglich gemacht werden.
„Es ist für viele Menschen schwierig, sich ohne Hilfe mit der neuen Situation auseinander zu setzen.“ Das gilt für Betroffene, die körperliche oder geistige Einschränkungen haben wie für die Angehörige. Angesprochen sind zu Beispiel Menschen, die von ihren Angehörigen nicht mehr erkannt werden. Diese können sich bei dem Pflegestützpunkt über Pflegeangebote und deren Finanzierung wie das Beantragen von Pflegestufen, barrierefreies Wohnen, Essen auf Rädern informieren. Auch weiße Flächen in der Versorgung sollen angegangen werden. „Bei Demenzerkrankungen ist das Versorgungsangebot bei uns im Kreis sehr gut. Bei minderjährigen Hilfebedürftigen sieht das schon etwas anders aus“, erklärt Carina Wrage. „Ebenfalls schwierig ist die Vermittlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und aggressiven Tendenzen.“ Vermehrt beschäftigen wird sich die Stelle in der nächsten Zeit auch mit dem Thema „Pflegebedarf bei Asylbewerbern“. Da müsse ermittelt werden, was man diesen Menschen zur Verfügung stellen könne, sagt die 27-jährige Sozialpädagogin. Je 40.000 Euro lassen sich Kreis, Land und die Pflege- und Krankenkassen die neue Informationsstelle pro Jahr kosten. Dr. Michael Hempel, Leiter des Fachbereichs Soziales des Landes Schleswig-Holstein: „Die Mitarbeiter in den Pflegestützpunkten leisten das für die Bürger unentgeltlich und vor allem unabhängig. Wir wollen mit dieser Maßnahme auch die häusliche Pflege stärken. Die Pflegebedürftigen in der häuslichen Umgebung zu belassen, ist oft mit einfachen Mitteln möglich.“ Mittelfristiges Ziel des Fachbereichs ist es, mit den Pflegestützpunkten landesweit eine flächendeckende Beratungsstruktur aufzubauen.

Info:
Der Pflegestützpunkt ist in den Räumen der Kreisverwaltung in der Mommsenstraße 13 untergebracht und telefonisch werktags außer Mittwoch von 8.30 bis 12 Uhr, donnerstags zusätzlich 14 bis 17 Uhr unter Telefon 04531/160-1544 erreichbar. Allgemeine Auskünfte erteilt Bianka Barkmann
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