Wohin mit der DLRG?

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Monika und Lothar Raddatz bereiten sich auf eine Veranstaltung anlässlich der 700-Jahr-Feier vor Foto: kei
 
Lothar und Monika Raddatz vor dem Holzhaus am Reeshoop, wo der DLRG bislang untergebracht ist. Ab Juni sind sie ohne Vereinsheim

Ahrensburger hoffen weiter auf neues Vereinsheim

Von Manuela Keil
Ahrensburg. Nachdem der Sozialausschuss in seiner letzten Sitzung der Kündigung ihres Mietvertrages zugestimmt hat, werden die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) langsam unruhig. Zum 30. Juni müssen sie ihr Vereinshaus im Reeshoop räumen. Das Gebäude wird als Unterkunft für Asylbewerber benötigt. Zwar sei die Stadtverwaltung vom Sozialausschuss ausdrücklich aufgefordert worden, die DLRG bei der Suche nach einem neuen Vereinshaus zu unterstützen. Bislang gibt es jedoch keine dauerhafte Lösung.

„Wir dürfen ab sofort die Schulungsräume im Rettungszentrum ‚Am Weinberg‘ nutzen.“ Monika und Lothar Raddatz
„Wir dürfen ab sofort die Schulungsräume im Rettungszentrum ‚Am Weinberg‘ nutzen“, sagt Monika Raddatz. Sie und ihr Mann Lothar sind seit 42 Jahren ehrenamtlich für den DLRG aktiv. „Das ist aber keine wirkliche Lösung für uns, denn es bleiben viele Fragen offen.“
So sei dort die Feuerwehr untergebracht, die sich zu dem Vorschlag bislang nicht geäußert habe. Ferner sei das Rettungszentrum für viele Aktionen und Feste ungeeignet, zum Beispiel fehlen dort Parkflächen. „Wir arbeiten gut und eng mit der Geschäftsführung des Badlantic zusammen und favorisieren als Lösung einen Container auf dem Gelände des Bades“, sagt Lothar Raddatz. Dafür habe das Ehepaar bereits Angebote eingeholt. „Wir brauchen mindestens 60 Quadratmeter.“ Ein eingerichteter Container inklusive Nasszelle und Steckdosen koste schlüsselfertig 1400 Euro pro Quadratmeter. Das sind insgesamt 84.000 Euro. „In der Sitzung des Sozialausschusses war jedoch pauschal von 135.000 Euro für einen Neubau die Rede. Eine Containerlösung wurde danach gar nicht mehr in die engere Wahl gezogen.“
Das Paar versteht nicht, weshalb es bisher keinen Runden Tisch mit allen Beteiligten gegeben habe, bei dem alle Fragen geklärt werden können. Man rede aneinander vorbei. „Viele wissen nicht, was wir in der DLRG alles machen und brauchen. Wir haben zum Beispiel unser gesamtes Übungsmaterial für Erste-Hilfe-Kurse wie auch die drei Herz-Lungen-Wiederbelebungspuppen und alle Geräte im Vereinshaus.“
Es bleiben viele Fragen unbeantwortet. So müssten die neuen Räume der DLRG im Rettungszentrum noch umgebaut werden. Die Vereinsmitglieder wissen aber nicht, wer die Kosten dafür trägt. Auch den Mietpreis kennen sie noch nicht, ebenso wie die Größe der Räumlichkeiten insgesamt. Unklar ist auch, ob der Vertrag erneut befristet ist und ab wann der neue Vertrag läuft.

Verein plant weniger Aktivitäten

„Wir haben in einem Schriftstück auch angeboten, uns an einer längerfristigen Lösung finanziell zu beteiligen. Darauf wurde bislang nicht eingegangen“, sagt Monika Raddatz. Auch das sei bislang nicht korrigiert worden. Lothar Raddatz sieht keine andere Möglichkeit als den Rückzug. „Wir werden im zweiten Halbjahr unsere Aktivitäten wohl zurückfahren müssen“, sagt er. „Denn wir machen außer Schulungen, Sitzungen auch Jugendarbeit, Prüfungsvorbereitungen für die Rettungsschwimmer, Theoriekurse und Erste-Hilfe-Übungen.“
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