Wohin mit Flüchtlingen?

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Viele Flüchtlinge leben im Wohnheim an der Turmstraße. Weitere sollen in einem Container-Dorf leben

Kritik an Plänen des Kreises, ein Container-Dorf zu bauen

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe. Im nächsten Jahr muss Stormarn für die Unterbringung von bis zu
50 Flüchtlingen in Bad Oldesloe sorgen, zum großen Teil kommen sie aus Syrien. Eine Idee der Verwaltung war ein Container-Dorf auf dem Parkgrundstück am Travestadion zu errichten.
Für die Oldesloer Politik und das Forum für Migration und Integration ist das keine langfristige Option. Das zeigte jetzt die zweite Mitgliederversammlung des Forums für Migration und Integration. „Das ist für uns natürlich ein wichtiges Thema, an dem wir mitarbeiten möchten. Für Ideen sind wir offen und würden gerne eng mit den Ausschüssen zusammen arbeiten, um Lösungen zu finden“, sagt Forums-Vorsitzender Yavuz Bilgic. Ein Container-Dorf kann nur eine Notlösung sein.
Bürgermeister Tassilo von Bary kann der Idee der Ausländer-behörde des Kreises nur wenig abgewinnen. „Wir brauchen eine neue Willkommenskultur. Ich kann der Kreisverwaltung nur davon abraten, irgend-
welche Container zu errichten. Integration funktioniert nicht
in einem Lager“, sagt der Oldesloer Verwaltungschef. „Wir haben im Gegensatz zu anderen Kommunen keine Wohnungsnot, die Mieten sind im Verhältnis moderat.“ In Bad Oldesloe leben derzeit etwa 50 Flüchtlinge. Bisher konnten Asylbewerber in der Regel immer in Wohnungen untergebracht werden. Das, so ist von Bary überzeugt, sei die beste Methode für eine bestmögliche Integration der Flüchtlinge in der Gesellschaft. „Wir wollen keine Ghettobildung.“
Einige Fraktionsmitglieder
kritisieren auch die Unterbringung im Asylantenheim an der Turmstraße. „Die Asylbewerber sind derzeit am Rande der Stadt in einem alten Industriegebäude untergebracht. Ich hätte das Gefühl, dass man mich auf den Müll geworfen hätte“, sagt Hendrik Holtz, Stadtverordneter für Die Linke. Holtz trat bei der Mitgliederversammlung spontan in das Forum für Migration und Integration ein.
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