Zuhause für verwaiste Rehkitze

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Adoptivmutter für verwaiste Rehkitze: Regina Wriggers beherbergt auf ihrem Hof Jungtiere und päppelt sie auf, bis sie in die Freiheit entlassen werden können. Foto: pi/ hb

Regina Wriggers pflegt die Tiere, bis sie für ein Leben in freier Natur bereit sind

Ahrensburg. Zwischen Mai und Juni gebären weiblichen Rehe, die Ricken, ihre Kitze in den Wäldern rund um Ahrensburg. Nicht selten kommt es vor, dass sich das Muttertier von den Kleinen abwendet. In einigen Fällen werden Ricken aber auch bei Autounfällen getötet.
Regina Wriggers aus Ahrensfelde kümmert sich seit mehr als zehn Jahren um solche verwaisten Rehkitze. Ihr jüngstes Pflegekind hat sie erst vor drei Wochen aufgenommen.
„In Braak hat ein Jäger über fünf Stunden lang ein Rehkitz gesucht, das erst eine Woche alt war und zu mir auf den Hof gebracht. Die Mutter wurde von einem Auto angefahren und tödlich verletzt“, sagt Regina Wriggers, während sie das Kleine auf den Arm hält. Über 20 Kitze hat sie in den letzten Jahren großgezogen, alle ohne Ausnahme wieder erfolgreich ihrem natürlichen Lebensraum zugeführt.
„Fünf bis sechs Monate bleiben die Kleinen bei mir. Die Böcke müssen auf jeden Fall vor dem Winter wieder raus. Sie können recht aggressiv werden wenn sie ihr Revier verteidigen, dann wenden sie sich auch durchaus gegen den Menschen“, sagt Wriggers. Bei guter Pflege seien die Kitze schnell auf den Menschen geprägt. Allerdings sind die ersten zwei bis drei Wochen purer Stress, dann klingelt alle zwei Stunden der Wecker.
„Die Kitze müssen in kurzen Abständen mit Ziegenmilch oder Fencheltee gefüttert werden und ihnen muss der Körper regelmäßig massiert werden, um alle Körperfunktionen in Gang zu halten“, berichtet die Adoptivmutter. Die Massagen würden das Lecken der Rehmutter ersetzen.
Wriggers wohnt auf einem großen Hof direkt an der Feldmark. Wenn ihrer Meinung nach die Kleinen soweit sind, werden sie erst an den Freilauf im Garten gewöhnt, in kleinen Schritten geht es dann weiter in Richtung Freiheit.
Ein Rehkitz ist niedlich, wem schmilzt nicht das Herz, wenn er in die zwei kleinen Kulleraugen eines rund eineinhalb Kilo schweren Jungtieres schaut. Aber durch missverstandene Tierliebe wird gerade der Tierfreund zum Feind der Tiere.
Deshalb apelliert Regina Wriggers: „Wenn man beim Spaziergang ein kleines Kitz findet, bitte nicht anfassen und nicht einfach mitnehmen. Beobachten und wenn möglich den Jagdaufseher verständigen, häufig hat sich das Muttertier von dem Kleinen entfernt und kommt später zurück. Ein Kitz kann in den ersten Wochen nicht laufen und bleibt einfach liegen.“
Auch verantwortungslose Hundehalter seien nicht selten ein großes Problem. „Hunde mit Jagdtrieb müssen an der Leine geführt werden, um die Rehmutter aus ihrem Revier auf die Straße zu treiben“, sagt Wriggers. (pi/hb)
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