Würdigung der NS-Opfer

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Machten mit beim Gang des Erinnerns: Mehmet Aydemir (Awo Beratungsstelle)(v.l.), Michael Sarach (Bürgermeister Ahrensburg), Marion Clasen (Vorsitzende Ortsverband FDP), Erik Schrader (DIE LINKE), Hans Peter Weiß (Moderator Runder Tisch), Winfried Kümpel-Jurgenowski (Runder Tisch), Delara Burckhardt (Kreisvorsitzende Jusos Stormarn), Dorothea Schmidt (Mitinitiatorin vom Netzwerk Integration & Migration). Foto: hs

400 Gäste nahmen am „Gang des Erinnerns“ teil

Ahrensburg. Vergangenen Freitag fand in Ahrensburg ein „Gang des Erinnerns“ an die Opfer der Verbrechen des Nationalsozialismus, anlässlich des 74. Jahrestages der Progromnacht am 9.11.1938, statt. Der Runde Tisch für Zivilcourage und Menschenrechte, gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus hatte dazu eingeladen, knapp 400 Leute nahmen teil.
Der Gang startete bei dem Stolperstein für Anneliese Oelte, die aufgrund einer verzögerten geistigen Entwicklung, gegen den Willen ihrer Eltern, im Rahmen des Euthanasieprogramms nach Wien transportiert wurde und dort im Alter von 11 Jahren an den Folgen von Vernachlässigung und Unterernährung starb. An dieser ersten Station erinnerte Heike Oelte, die Nichte Anneliese Oeltes, mit einem kurzen Beitrag an das Schicksal ihrer Tante, gefolgt von einer Schweigeminute.
Zweite Station war der Stolperstein zur Erinnerung an Magnus Lehmann, hier hielt die Historikerin Dr. Martina Moede einen Vortrag über das Leben Magnus Lehmanns. Anschließend wurde ein Brief von Beatrice Lehmann, Großnichte von Magnus Lehmann, an die Ahrensburger verlesen. Magnus Lehmanns Familie war im Jahr 1939 nach Argentinien ausgewandert, ihm selbst war die Ausreise verweigert worden, 1941 wurde er nach Minsk deportiert und dort erschossen. Magnus Lehmanns Schicksal wurde ebenfalls mit einer Schweigeminute gedacht.
Letzte Station war schließlich die Ecke Schäferweg/Kastanienallee, hier hatte früher das Bethaus der Jüdischen Gemeinde gestanden.
Bürgermeister Michael Sarach, der wie die ehemalige Bürgermeisterin Ursula Pepper an dem „Gang des Erinnerns“ teilnahm, freute sich, dass auch viele junge Leute gekommen waren. „Ich war beeindruckt von der Resonanz, das Thema bewegt alle Generationen“, sagte er. Auch Veranstalter Winfried Kümpel-Jurgenowski vom Runden Tisch freute sich über den gelungenen Ablauf: „Alles lief wie geplant, man wird in Ahrensburg in Zukunft aber noch viel diskutieren müssen.“ (hs)
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