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Polizeisprecherin Sonja Kurz (v.l.), Kripo-Leiter Hans-Jürgen Köhnke und Holger Meincke, stellvertretender Chef der Polizeidirektion Ratzeburg beim Pressetermin Foto: fnf

Polizei: 13.419 Delikte in 2014 im Kreis Stormarn

Ratzeburg Alle 40 Minuten wird im Kreis Stormarn eine Straftat begangen. Diese Zahl geht aus der aktuellen Kriminalstatistik hervor, die vergangene Woche in der Polizeidirektion Ratzeburg vorgestellt wurde. Da nicht alle Taten angezeigt werden, liegt die Dunkelziffer laut Polizei noch höher.
Betrugsdelikte, Sachbeschädigungen und allen voran Diebstähle sind die Straftaten, die in Stormarn am häufigsten begangen werden. 13.419 Delikte registrierten die zuständigen Polizeidienststellen 2014. Das sind 75 weniger gegenüber dem Vorjahr. „Es gibt Bereiche, in denen wir Fortschritte gemacht haben“, sagt Holger Meincke, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion in Ratzeburg. Er spricht von „unaufgeregten Zahlen“. „Das heißt aber nicht, dass wir uns zurücklehnen.“ Eine Straftat sei immer ein Einschnitt für die Opfer. „Das lassen wir nicht außer Acht.“
Vor allem schwere Diebstähle, also Wohnungseinbrüche und Autoaufbrüche, beschäftigen die Polizei. „Diese Delikte geschehen dort, wo etwas zu holen ist. Und Stormarn gehört zu den reichsten Landkreisen der Republik“, so Holger Meincke. Die Zahl der Einbrüche ist gegenüber dem Vorjahr (1018) auf 873 angezeigte Delikte gesunken. Allerdings taucht die Einbruchsserie aus dem Dezember in der Statistik noch nicht auf. Es werden nur Taten erfasst, die zum Abschluss gebracht wurden. Aufgeklärt werden Wohnungseinbrüche nur selten: Die Aufklärungsquote liegt bei unter sieben Prozent. Das liegt an der zunehmenden Professionalisierung der Tätergruppen. „Der ortsansässige Täter, der vielleicht schon durch andere Straftaten wie Drogendelikte aufgefallen ist, ist wesentlich einfacher zu ermitteln als professionelle Banden, die häufig aus dem Ausland operieren“, erklärt Hans-Jürgen Köhnke, Leiter der Kripo Stormarn. Im Vergleich: Ladendiebstähle werden zu 90,4 Prozent aufgeklärt. Bei 84 im Jahr 2014 angezeigten Brandstiftungen konnten in 38,1 Prozent der Fälle die Täter ermittelt werden. Erfreulich: Über Jahre gesehen ist die Kriminalität in Stormarn stark rückläufig. 2005 kam es noch zu 16.847 Straftaten. Es gibt immer weniger Gewaltdelikte (von 441 in 2005 auf 307 in 2014) und Sexualdelikte (von 272 in 2005 auf 97 in 2014). Auch verzeichnet die Polizei einen Rückgang in der Jugendkriminalität. Im Städtevergleich liegt Ahrensburg an der Spitze (8670 Straftaten gerechnet auf 100.000 Einwohner). (fnf)
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