120 Kilometer im Sattel

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Olaf Becker trainiert auf den Straßen des Kreises Stormarn für seine diesjährigen Starts in Fulda, Hamburg und Schweden. Foto: Jaeger

Rennradfahrer Olaf Becker bereitet sich intensiv auf die Rennradsaison vor

Bad Oldesloe. Es ist ein schöner Frühlingsmorgen. Gut gelaunt schlüpft Olaf Becker (44) in seinen bunten, körperbetonten „Stevens“-Renndress und schwingt sich auf sein blitzblank geputztes Rennrad. Das Tagesziel ist Bad Oldesloe. Der gelernte Autoverkäufer radelt durch Bargfeld-Stegen, an Jersbek vorbei, durch Bargteheide, Elmenhorst und zurück nach Tangstedt. Hin und zurück sind das 120 Kilometer.
Olaf Becker ist solche Entferungen gewohnt, denn er ist kein Freizeitradler. Der gelernte Autoverkäufer aus Tangstedt hat sich im vergangenen Jahr ein Rennrad der Spitzenklasse gekauft. Das kostete 4800 Euro, hat 22 Gänge und ist nur 6,8 Kilogramm schwer. Auf diesem Flitzer bereitet er sich intensiv auf die Saison vor. Das erste Higlight steht bevor. Am Pfingstwochenende startet er beim Bergmarathon in Bimbach bei Fulda, 238 Kilometer mit einem Höhenunterschied von 4500 Metern sind zu bewältigen.
Aber das ist noch nicht der Höhepunkt des Wettkampfjahres. Eine Woche später startet Ole Becker zum zweiten Mal nach 2011 bei der Vättersee-Rundfahrt in Motola/Schweden. Die Renndistanz beträgt 320 Kilometer, gemeldet haben 25 000 Radsportfans aus ganz Europa. Letztes Jahr benötigte Ole Becker für die schwierige Strecke 8:48 Stunden und war vorne mit dabei.
Vor 32 Jahren, damals war er gerade zwölf Jahre alt, träumte Olaf Becker noch von einer Laufbahn als Profifußballer. Er spielte in der Schülermannschaft des SC Victoria in Hamburg auf der Position des rechten Verteidigers. Einer, der Jahre danach das schaffte, wovon Ole geträumt hatte, gehörte damals zu seinem Team: Stefan Effenberg, der spätere Mannschaftskapitän des FC Bayern München und 35-facher Nationalspieler.
Ole Becker schlug einen anderen Weg ein. Er absolvierte ein Praktikum bei Werner von Hacht. Der Inhaber eines Fahrrad-Fachgeschäftes im Stadtteil Hoheluft hatte sich über Hamburgs Grenzen hinaus einen Namen als Radrennfahrer gemacht. „Werner ist auch heute noch einer meiner besten Freunde, er hat mir den Weg zum Rennsport gezeigt“, erinnert er sich. Seine sportliche Karriere verlief zwar nicht so erfolgreich wie die von Stefan Effenberg, aber sie konnte sich durchaus sehen lassen. Er war zweimal Hamburger Bahnradmeister im 500-m-Zeitfahren und zweimal Vizemeister in der 2000-m-Verfolgung. Elfmal startete er bei den HEW-Cyclassics und schaffte im Jahr 1998 die große Überraschung, als er mehr als 5000 Fahrer in der Jedermann-Klasse über 55 Kilometer hinter sich ließ und den Zielstrich als gefeierter Sieger überquerte.
Damit nicht genug: Ein Jahr später wurde Ole Dritter und 2010 Sechster. Dieses Jahr ist er bei den Cyclassics (17. - 19. August), die seit 2006 vom Vattenfall-Konzern gesponsert werden, wieder am Start: „Ich kann mit den jungen Leuten noch mithalten“, sagt er.
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