Kräfte sinnvoll einsetzen

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Meriton Rexhepi ballt seine Fäuste zur Boxergeste. Früher prügelte er sich auf der Straße. Jetzt boxt er im Ring – fair und mit Regeln Foto: fnf

Meriton Rexhepi, 17: Von der Straße zum Boxsport

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe. „Ich habe viel Mist gebaut und Stress gemacht“, erzählt Meriton Rexhepi. Aggressiv sei er gewesen und gewalttätig. Doch die Zeiten sind vorbei. Der 17-Jährige mit türkischen Wurzeln schlägt sich nicht mehr auf der Straße, sondern boxt im Ring – und das durchaus erfolgreich.
Deutscher Vizemeister
Viele Titel konnte der talentierte Boxer bereits gewinnen, unter anderem den ersten Platz bei den Hamburger Jugendmeisterschaften 2013. Darüber hinaus ist er Deutscher Vizemeister der U19.
„Wegen meiner guten Leistungen habe ich die Chance bekommen, bei der Hamburger Elite zu kämpfen. Eigentlich dürfen da nur Boxer ab 18 Jahren teilnehmen“, berichtet Meriton Rexhepi stolz. Sein Alter hielt ihn aber nicht davon ab, auch bei der Hamburger Elite den Vize-Titel zu holen. Bei den Norddeutschen Jugendmeisterschaften holte er gleich zweimal den Titel.
Der Oldesloer träumt von einer Profikarriere. „Ich möchte es schaffen, die Nummer eins zu werden. Mein größter Traum ist es, irgendwann bei den Olympischen Spielen zu boxen.“
Doch vorerst konzentriert sich der Ausnahmesportler auf nähere Ziele. Er möchte die Goldmedaille bei der U21 im nächsten Jahr gewinnen und ein Platz im Nationalkader der U21. Ein Vertrag wäre schon jetzt fast zustande gekommen. „Daraus wurde aber letztendlich nichts.“
Und warum gerade der Boxsport? „Schon mit 13 Jahren habe ich mit Thaiboxen angefangen. Mein Vater ist großer Boxfan und hat mich gedrängt, es mit klassischem Boxen zu versuchen“, so der 17-Jährige mit türkischen Wurzeln. Die Einschätzung seines Vaters war offenbar richtig.
Wesentlich beeinflusst bei der Wandlung vom Straßenschläger zum Profiboxer wurde Meriton Rexhepi von Aygün Caglar. „Er hat schwierige Zeiten hinter sich. Wenn er das Boxen nicht hätte, würde er Unsinn machen“, vermutet der Stadtverordnete. Caglar ist stolz auf die Wandlung seines Schützlings.
Gemeinsam mit dem ehemaligen FIT-Vorsitzenden Gerd-Günter Finck betreut Aygün Caglar das Projekt „Sport vor Ort“, bei dem Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam trainieren können. Gerd-Günther Finck: „Meriton Rexhepi ist ein gutes Beispiel, wie mit Betreuung und gesellschaftlichem Engagement auffällige Jugendliche positiv beeinflusst werden können.“ Bei dem Projekt „Sport vor Ort“ treffen sich derzeit 15 bis 20 Jugendliche immer samstags von 19 bis 22 Uhr in der Sporthalle der Ida-Ehre Schule. Jeder kann mitmachen.
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