Mit 75 verschnaufen

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Christian Krebs bei einem Trainingslauf auf der Tartanbahn in Trittau Foto: mso

TSV-Sportabzeichen-Beauftragter Christian Krebs geht in den Ruhestand

Von Michael Schlosser
Trittau
Es ist ein nasskalter Vormittag in Trittau. In der Sporthalle läuft der Unterricht des Gymnasiums, nebenan, auf dem Sportplatz, läuft Christian Krebs ein paar Meter. Das Wetter lädt eigentlich nicht dazu ein, Sport zu treiben, doch Krebs stört das nicht. Schlechtes Wetter gibt es für ihn nicht. Sport sei für ihn wichtig, er müsse sich immer bewegen, sagt der bald 75-Jährige. Zweimal in der Woche ist er mit anderen Gleichgesinnten beim Nordic Walking unterwegs, sonntags geht es in den Kraftraum. Einen Tag später hat Christian Krebs in sein Haus eingeladen. Schick ist es, der Garten mit der finnischen Grillhütte ist sehr gepflegt. Darin ist es warm und Krebs serviert Kaffee. Der Senior ist vielen Trittauer Sportfreunden als Beauftragter des TSV Trittau für das Deutsche Sportabzeichen bekannt. Gerade hat er die diesjährigen Urkunden und Abzeichen im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Vereinsheim vergeben. Mehr als 300 Mal wurde das Deutsche Sportabzeichen in Trittau in diesem Jahr in Gold, Silber oder Bronze vergeben. Allerdings war es für Christian Krebs das letzte Mal: „Mit 75 Jahren muss auch mal Schluss sein und da kann ich getrost den Platz für dieses Ehrenamt räumen“, sagt er. Maren Schneider übernimmt diesen Posten. Christian Krebs wird der 47-Jährigen natürlich im ersten Jahr zur Seite stehen.
In seinem Arbeitszimmer stehen zahlreiche Ordner, auf dem Schreibtisch liegen ausgedruckte Mails. Hier ist alles dem Ehrenamt untergeordnet. Das Deutsche Sportabzeichen hat es Christian Krebs angetan. Wird der „Fitnessorden“ heute noch belächelt? „Nein, ganz und gar nicht. Die Disziplinen absolviert man nicht im Vorbeigehen. Das ist nicht 0815. Die Anforderungen sind für jede Altersklasse und an jedes Geschlecht angepasst“, sagt Krebs. Er selbst hat in diesem Jahr zum 43. Mal die Anforderungen erfüllt. „In den vergangenen beiden Jahren gab es für mich aber nur Silber“, sagt er und lächelt. Er sei schließlich nicht mehr der Jüngste.

Sonntags auf dem Sportplatz


13 Jahre lang hat sich der Trittauer um das Deutsche Sportabzeichen gekümmert und mehr als 6.000 Urkunden und Abzeichen vergeben. Er hatte die organisatorischen Fäden in der Hand, war (meist) von Mai bis Ende September an jedem Sonntag auf dem Trittauer Sportgelände anzutreffen und schaffte die Voraussetzungen dafür, dass die leichtathletischen Disziplinen abgelegt werden konnten. Hinzu kamen zusätzliche Termine in der Hahnheide für die Radfahrer und im Schönaubad für die Schwimmer. „Urlaub habe ich in diesem Jahr gar nicht gemacht. Wo soll ich auch allein hinfahren“, sagt der Witwer.

Krebs will weiter Sport treiben


Was kommt jetzt? Die Unterstützung der neuen Sportabzeichen-Beauftragten des TSV Trittau wurde bereits erwähnt. Den hübschen Garten mit der finnischen Grillhütte will Christian Krebs gemeinsam mit den rührigen Nachbarn in Schuss halten. „Das Frühjahr kann ich kaum erwarten, wenn der Garten alle Farben hergibt. Dann sitze ich immer am Kaffeetisch und freue mich darüber. Das gibt Elan und Kraft“, sagt Christian Krebs. Und natürlich wird auch weiter eifrig Sport getrieben. Zweimal Nordic Walking und einmal in den Kraftraum. In jeder Woche.
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