Hamburg: Abriss weiter ungewiss

Anzeige
Die graue, hässliche Fassade des ehemaligen Hertie-Baus ist ein Schandfleck im Stadtbild Fotos: leu

Hertie-Schandfleck: Investor legt sich nicht auf Termin fest

Von Misha Leuschen
Hamburg. Viele Barmbeker fragen sich, ob und wann es mit dem Abriss des ehemaligen Hertie-Gebäudes endlich weitergeht. Manchen beschleicht das ungute Gefühl, dass Bezirk und Investor Development Partners (DP) vollmundige Versprechen gegeben haben könnten, um den Schandfleck Hertie-Haus, der seit 2009 leer steht, aus der Schusslinie der öffentlichen Kritik zu bringen.
Andere Baustelle im Plan
Denn statt versprochener Aktion herrscht immer noch Stillstand. DP will sich nicht auf einen Abrisstermin für das marode Gebäude festlegen. „Wir sind wild entschlossen, das Vorhaben voranzutreiben“, erklärt Projektmanager Gunter Köhnlein. Natürlich sei ihm klar, dass die momentane Lage keine befriedigende Situation sei, doch noch immer sind entscheidende Punkte nicht geklärt. „Der städtebauliche Vertrag ist noch nicht geschlossen, dieser hängt vom nachbarschaftlichen Vertrag ab – und auch der ist noch nicht geschlossen.“
Nicht alle Verzögerungen lägen in der Sphäre von DP. Laut Köhnlein habe man Interesse daran, die Abläufe zu harmonisieren. Geplant war eigentlich, dass die beiden Baustellen am Barmbeker Bahnhof, also der Hochhausbau der Versicherung VBG und der Neubau auf dem Hertie-Gelände, gemeinsam entwickelt werden. VBG-Pressesprecherin Daniela Dalhoff bestätigt, dass man beim eigenen Bauvorhaben ganz im Zeitplan liege und mit einer Fertigstellung 2016 zu rechnen sein wird.

„Wir planen sogar, den Abriss vorzunehmen, wenn nur der nachbarschaftliche
Vertrag vorliegt, auch ohne städtebaulichen Vertrag.“ Development Partners

DP will sich auf nichts festlegen. Der Fortgang hänge laut Köhnlein von Faktoren ab, die man nur geringfügig beeinflussen könne. „Wir planen sogar, den Abriss vorzunehmen, wenn nur der nachbarschaftliche Vertrag vorliegt, auch ohne städtebaulichen Vertrag.“ Doch dafür müsse sich auch die Gegenseite bewegen, mit der man aber im wirtschaftlichen Konflikt steht. Da DP einige kleine Flächen zum Grundstück dazu kaufen wird, steht auch noch mit der Stadt ein Vertrag aus.

Alternativen in der Schublade?

Gerüchte, dass die Vermietungssituation schwierig ist, bestätigt Köhnlein indirekt: „Die Händler sind im Moment überall zurückhaltend.“ Überlegungen, zwei der Geschosse des Neubaus nicht mit Einzelhandelsgewerbe, sondern anders zu nutzen, seien da, räumt er ein: „Aber es muss sich rechnen.“
Die ECE-Gruppe, Projektentwickler für den Neubau der VBG, hält daran fest, dass das Projekt wie geplant durchgeführt wird. Es ist aber auch zu erwarten, dass VBG und ECE einen Plan B haben, sollte die DP-Gruppe nicht rechtzeitig ihre Planungen und Verträge vorlegen. Die Barmbeker können nur hoffen, dass dieser Plan in der Schublade bleiben wird und das Hertie-Haus endlich abgerissen wird.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige