Ohlsdorfer Friedhof setzt auf neues Konzept

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Stein für ein Sarggrab mit Hamburg-Wappen Repro: wb
Hamburg: Ohlsdorfer Friedhof |

Mit dem „Hamburg-Grab“ soll der Trend zur Urnenbeisetzung gestoppt werden

Von Thomas Oldach
Ohlsdorf
Seit Jahrhunderten war es Tradition. Ein Verstorbener wurde in einem Sarg auf einem Friedhof beerdigt. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Zahl der Urnen-Gräber sowie die der anoymen Grabstätten und der in „Friedwäldern“ oder auf See steigt. Diesem Trend will der Ohlsdorfer Friedhof entgegenwirken und geht mit einem speziellen „Hamburg-Grab“ mit der Zeit.

„Meine Stadt, meine Heimat, mein letzter Hafen“


Im alten Cordes-Teil des Friedhofs sollen preiswerte Gräber hergerichtet werden. Es soll die „Golf-Klasse“ unter den Grabstätten werden, sagt Lutz Rehkopf, Sprecher der Hamburger Friedhöfe – kompakt, wertig, erschwinglich – und ist jetzt schon preisgekrönt. Mit dem Konzept hat das städtische Unternehmen Hamburger Friedhöfe gerade den Bundeswettbewerb „Neue Wege auf dem Friedhof“ gewonnen und sich dabei gegen 27 Mitbewerber durchgesetzt. Unter der Losung „Meine Stadt, meine Heimat, mein letzter Hafen“ übertrage das Hamburger Modell die Gedenkmöglichkeiten eines Familiengrabes in die Gegenwart. Das Konzept sieht vor dem Hintergrund eines geringeren Pflegeaufwands nicht nur den Erwerb der Grabstätte für Särge und Urnen vor, sondern auch den Grabstein und die Pflege. Die Paketkosten für 25 Jahre seien geringer als die Einzelposten, dazu gehöre ein Hamburger Gedenkziegel, handgefertigt in historischer Handwerkstradition. Der Gedenkziegel wird individuell in den Grabstein eingefügt. Darüber hinaus erscheinen Namen und Lebensdaten des Verstorbenen als Verbundenheit zur Stadt auf einer Tafel, auch wenn das Grab nach vielen Jahren nicht mehr weiter bestehen sollte. Aktuell ist eine Erdbestattung ohne Stein, Blumen und Zeremonie nicht unter 1500 Euro zu haben. Unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V. und unter der Schirmherrschaft von Roland Schäfer, Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, hatten Verbände des Friedhofsgewerbes und deren Organisationen einen bundesweiten Wettbewerb unter dem Motto „Neue Wege auf dem Friedhof“ ausgeschrieben. Ziel des Gemeinschaftsprojekts: innovative und zukunftsfähige Ideen für Gestaltung und Betrieb bürgernaher Friedhöfe entwickeln und umsetzen.

Reservierung möglich


Es werden derzeit noch Flächen für das Konzept gesucht und die genauen Höhe der Kosten ermittelt. In einigen Monaten wird es dann das „Hamburger-Grab“ geben. Wer sich dafür interessiert, kann sich im Ohlsdorfer Beratungszentrum informieren und sich auch auf eine Warteliste setzen lassen.
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