Wasserturm am Sommerkamp neu genutzt

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Der Wasserturm entstand zwischen 1903 und 1907. Wohl im Krieg verlor er seinen Dachaufsatz Foto: Haas
Hamburg: Sommerkamp |

Projektleitung sucht Zeitzeugen und weitere historische Fotos

Von Waltraut Haas
Ohlsdorf
Senioren erinnern sich vielleicht noch daran, wie er früher ausgesehen hat. Der zwischen 1903 und 1907 erbaute Wasserturm auf dem heutigen S-Bahn-Gelände hat mittlerweile seinen ursprünglichen Dachaufbau eingebüßt. Etwas versteckt steht der rund zwölf Meter hohe Turm auf dem S-Bahn-Instandhaltungswerk am Sommerkamp vor der alten Betriebshalle. Beide Gebäude sind denkmalgeschützt. Während die Betriebshalle bereits renoviert ist, wird nun das mit Backstein ummantelte Bauwerk umgestaltet und künftig als „Multifunktionsraum“ genutzt. Im Rahmen eines Architektur-Wettbewerbs können Studenten ihre Entwürfe einreichen und ein Preisgeld gewinnen. „Besonders spannend an diesem Projekt ist, dass wir den Wasserturm in seinen Originalzustand zurückbauen dürften – in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt“, freut sich Martina Ewe-Esch. Die S-Bahn-Bauingieurin ist mit der Projektleitung beauftragt. Kürzlich waren 40 Studenten der HafenCity Universität (HCU) vor Ort, um das historische Objekt zu besichtigen. „Ich bin begeistert, wie viel Interesse und Engagement die Studierenden beim Ortstermin zeigten. Auf ihre Entwürfe freue ich mich schon.“

Zeitzeugen gesucht

Es sei eines ihrer Lieblingsprojekte, sagt die Diplom-Ingenieurin mit unverkennbarer Passion. Kopfzerbrechen bereitet ihr noch die ursprüngliche Form des Dachaufbaus. Zusammen mit einer Archivarin unternahm Martina Ewe-Esch bereits gründliche Recherchen in Museen und Behörden zum ursprünglichen Aussehen des Turms – mit dünnen Ergebnissen. Gleiches gilt für das
S-Bahn-Archiv. Selbst die in historischen Details bewanderte Geschichtswerkstatt der Willi-Bredel-Gesellschaft (WBG) musste hier passen. „Dem Wasserturm fehlt der charakteristische Aufsatz aus Eisen, bei dem es sich vermutlich um einen sogenannten Intze-Stützbodenbehälter gehandelt hat“, weiß WBG-Vorsitzender Hans Matthaei, der die Umgestaltung und Erhaltung des Turms begrüßt. Ob die Dachkonstruktion während des Zweiten Weltkrieges durch Bomben beschädigt und deshalb abgerissen wurde, muss geklärt werden. Jetzt werden Zeitzeugen gesucht.

Wer kann sich an die ursprüngliche Form des Wasserturms erinnern oder historische Fotos beisteuern? Kontakt: Telefon 59 11 07 oder willi@bredelgesellschaft.de
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