Werke von Paula Modersohn-Becker

Wann? 27.04.2017 bis 04.07.2017

Wo? Rathausmarkt 2, Rathausmarkt 2, 20095 Hamburg DE
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Kurator Uwe Schneede präsentiert die Malerin Paula Modersohn-Becker, die nach ihrem Malstudium in Worpswede lebte, als Ausnahmekünstlerin von internationalem Rang Foto: sh
Hamburg: Rathausmarkt 2 |

Die Malerin gilt als Wegbereiterin der Moderne. Bucerius Kunst Forum zeigt bis Anfang Mai ihre Bilder

Von Stefanie Hoermann
Hamburg-City
Die deutsche Ausnahmekünstlerin Paula Modersohn-Becker(1876 – 1907) war fast eine Lokalmatadorin. Nach Abschluss ihres Malstudiums in Berlin zog sie in das Künstlerdorf Worpswede bei Bremen. Unter dem Eindruck des Worpsweder Naturlyrismus entstanden ihre ersten Landschaftsbilder.

Ausschnitt, Form und Farbe

Anstatt jedoch wie ihre Künstlerkollegen einen Landschaftsausschnitt möglichst naturgetreu zu malen, dachte Modersohn-Becker zunächst lange über die Komposition des Bildes nach. Erst nachdem Ausschnitt, Form und Farbe festgelegt waren, ging sie an die Staffelei. In Deutschland fand sie für ihre unkonventionelle und zukunftsweisende Malerei keine erfolgreichen Vorbilder: Künstler wie Kirchner, Beckmann, Klee, Marc oder Kandinsky waren noch nicht bei ihrem eigenständigen, revolutionären Werk angelangt, außerdem fehlten wirksame Förderer, Händler oder Sammler. Zudem wurde Modersohn-Becker als Frau entsprechend dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts überhaupt nicht als Künstlerin akzeptiert und ernst genommen.

Vorbilder Cézanne und Matisse

Vorbilder und künstlerische Freiheit fand sie in Paris, wo sie in mehreren Studienaufenthalten ihre eigene Malweise entwickelte und schärfte. Beeindruckt war sie von den damals modernsten, teilweise noch unbekannten Malern, darunter Cézanne und Matisse. In der Schau im Bucerius Kunst Forum sind zahlreiche ihrer wiederkehrenden Motive, darunter Kinder und Frauen, Stillleben und Landschaften zu sehen und auch eine Reihe von Selbstporträts, mit denen die Künstlerin besonders gern experimentierte.

Wegbereiterin der Moderne

Kurator Uwe Schneede, Kunstfreunden als ehemaliger Direktor der Hamburger Kunsthalle bekannt (1991 bis 2006), legte viel Herzblut in die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum. Sein Ziel: Paula Modersohn-Becker als Wegbereiterin der Moderne zu präsentieren – mit besonderem Blick auf ihre künstlerische Qualität und ihre Bedeutung als internationale Künstlerin. „Ich habe diese Ausstellung wegen der Bedeutung der Kunst gemacht“, sagt Uwe Schneede, „die Frage, ob diese Kunst von einem Mann oder einer Frau stammt, war für mich nicht interessant.“ Wichtig war für den Kurator dagegen der Respekt gegenüber dieser innovativen Künstlerin. „Das fängt schon beim Namen an“, so Schneede. In der Kunstszene sprechen viele von „Paula“. „Das hat etwas respektloses“, sagt der ehemalige Kunsthallendirektor. „Wer würde einfach von Pablo sprechen, wenn er Picasso meint?“ Die Kunstgeschichte sieht im kurzen Schaffen Paula Modersohn-Beckers immer mehr die wegweisende Kreativität einer Ausnahmekünstlerin, die viel zu früh mit nur 31 Jahren im Kindbett gestorben ist. Vor allem die Bilder aus ihren letzten beiden Schaffensjahren 1906/07 stehen für den Weg in die Moderne. (sh)

Paula Modersohn-Becker. Der Weg in die Moderne: bis 1. Mai, täglich von 11 bis 19 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, Eintritt: 9 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei
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