Klein-Venedig in der HafenCity

Anzeige
Venezianische Häuser und Paläste sind nicht leicht nachzubauen Foto: fbt
 
Die gelernte Tischlerin macht aus Fotos Fräsdaten für die Maschine Foto: fbt
Hamburg: Kehrwieder 2 |

Im Miniatur Wunderland wird fleißig an der Lagunenstadt gebaut. Eröffnung Anfang 2018 geplant

Von Frank Berno Timm
HafenCity
Hinter den Kulissen des Miniatur Wunderlands wird fleißig an der nächsten Attraktion gebaut: Anfang nächsten Jahres wird Venedig eröffnet – auf neun Quadratmetern. Und schon längst gibt es erste Arbeiten und Ideen für die übernächsten Anlagen.

Venedig auf neun Quadratmetern

Es ist eine unscheinbare Schiebetür. Dahinter öffnet sich ein kleiner Raum: Die ersten Häuserchen im Maßstab 1:87 sind aufgebaut. Miniatur-Wunderland-Mitarbeiterin Christiane Krüger macht schnell klar, dass kein einzige der Nachbildungen venezianischer Häuser aus irgendwelchen Bausätzen entstanden ist: „Das ist alles selbstgebaut.“ Neun Quadratmeter wird Venedig groß, davon sind allein fünf Wasser (allerdings diesmal keine echten Fluten, wie in anderen Teilen der Anlage). Grundlage des Projekts war eine Reise nach Italien mit dem kompletten Team, die auch nach Venedig führte.

Ermittelt „Comissario Brunetti“?

Wer die Anlagen in der Speicherstadt kennt, weiß, dass die Modellbauer nicht nur unglaublich detailverliebt sind, sondern auch eine Menge Humor haben: Das Dach eines der Häuser ist, einer Thunfischdose ähnlich, aufgerollt, und ein kleiner Arbeiter steht daneben. Die Herausforderung, sagt Christiane Krüger, liegt in Venedig darin, den „Dreck und die Wasserablagerungen“ an den Palästen, Villen und Hotels nachzubilden. Ob Donna Leons „Comissario Brunetti“ durch das Modell-Venedig eilen wird, um die Morde unter den kleinen Wunderland-Figuren aufzuklären, sei noch nicht sicher: Diese Art der filigranen Ausschmückungen kämen am Ende der Arbeit. Immerhin werden die ersten Gebäude schon verkabelt, und auf einer Dachterrasse sitzt das erste Pärchen. Venedig muss noch einmal umziehen: An seinem jetzigen Platz soll einmal das Fürstentum Monaco entstehen.


Modellbauten mit Computertechnik

Draußen ist schon Trubel. Das Hamburger Wochenblatt darf ins Allerheiligste und bei einem der vorausgehenden Schritte des Modellbaus zusehen. Tina Fischer und Nicolas Salzwedel-Böhm sitzen in einem kleinen Büro vor ihren Bildschirmen und konstruieren die Modellbauten mit moderner Computertechnik – Vorlage sind Fotos von den entsprechenden Gebäuden. Aus ihrer Arbeit entstehen Daten für eine Fräsmaschine, die dann die kleinen Bauteile auf einer großen Kunststoffplatte herstellt, nächster Schritt ist der Zusammenbau. Wie lange die gelernte Tischlerin für ein Gebäude braucht, ist ganz unterschiedlich. Das käme darauf an, wie viel Verzierungen angebracht werde. „Das kann auch mal ein halbes Jahr dauern“, sagt Nicolas Salzwedel-Böhm, der eine Architektenausbildung hat.

Ein Traumjob

Ein Traumjob sei das, in der Wirtschaft so nicht denkbar. Die beiden Fachleute bringen einem schnell bei, dass es nicht um die bloße, verkleinerte Nachbildung bestimmter Häuser gehe: Man müsse die gesamte Größe Venedigs und auch die Proportionen zu den Figuren beachten. Einen Vorteil gibt es: Venedig wird, wie das große Vorbild auf der Insel, ohne Eisenbahn sein. Auf dem Bildschirm von Nicolas Salzwedel-Böhm entsteht gerade ein Gebäude, in dem später auf Knopfdruck der Zuschauer ein ganzes Fassadenstück herausbrechen wird. Allein mit dem Projekt Venedig, rechnet Christiane Krüger vor, sind momentan rund 60 Leute aus Modellbau und Technik beschäftigt.

Weitere Infos: Miniatur Wunderland

Lesen Sie auch: Die visionären Zwillinge aus Hamburg

Lesen Sie auch: Kostenlos ins Miniatur Wunderland Hamburg
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige