Abstrakter Blick auf Haltungen

Wann? 09.06.2017

Wo? Lorichsstraße 28a, Lorichsstraße 28A, 22307 Hamburg DE
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Anhand von Figurenporträts hat die Künstlerin verschiedene Haltungen illustriert Foto: Netzow
Hamburg: Lorichsstraße 28a |

Wandsbeker Künstlerin und Lehrerin stellt im Bürgerhaus Barmbek aus

Von Kirsten Netzow
Wandsbek
„Mit der Kunst öffne ich mein Leben für andere“, sagt Susana Mohr. Zurzeit ist eine Bilderserie unter dem Titel „Puntos de Vista“ („Blickwinkel“) im Bürgerhaus Barmbek zu sehen. In den hier ausgestellten Werken spiegelt sich eine Fülle von Haltungen und Standpunkten wider. Die in Guatemala als Susana Donis Paz geborene Künstlerin studierte in ihrem Heimatland Innenarchitektur. Von da aus ging sie mit ihrem Mann, einem deutschen Kunstlehrer, nach Aachen. Es folgte ein längerer Aufenthalt in Madrid, wo sie zeitgenössischen Tanz studierte. Seit 14 Jahren lebt sie in Hamburg, stellt ihre Werke unter dem Namen SDonis aus. Die Begegnungen mit Menschen an verschiedenen Orten finden ihren Ausdruck in farbenstarken Abstraktionen, stellenweise metallisch schimmernd. Acryl ist die verwendete Technik, aufgetragen mit einem Spachtel auf Karton. Anhand von sechs Figuren illustriert SDonis Haltungen wie Eleganz, Oberflächlichkeit, Leichtigkeit, Sturheit, Verkrampfung und Präpotenz aus ihrem ganz persönlichen Blickwinkel heraus. Und es gibt die Bilder, die dem Betrachter einen Zustand der verlorenen Perspektive, eines Gefühlschaos der Künstlerin vermitteln. „Ich habe im Ausland so viel wahrgenommen, habe mich in einem für mich ungeschützten Raum mit viel Empathie für andere geöffnet. Dadurch habe ich eine Zeitlang meinen eigenen Standpunkt verloren“, bekennt die 56-Jährige. Malen ist für sie jedoch keine Therapie. Für sie sei die Kunst eine Möglichkeit, „sich zu besinnen“. „Blickwinkel“ ist die dritte von fünf Serien. Sie tragen Namen wie Klang, Imperfektion, Verrücktheit und Fragilität. Im Vorfeld der Entstehung gebe es stets nur die Idee von einer Serie, nicht aber die des konkreten Bildes. Sie male direkt, „aus dem Moment heraus“, ohne Vorbereitung. „Vieles kommt einfach, ich suche nicht danach“, erklärt die Künstlerin.

Lebenskünstlerin


Wenn sie nicht malt, unterrichtet die Mutter dreier Kinder Tanz, Theater und Kunst am Gymnasium Marienthal. Ihr Anliegen ist es, den Blick der Kinder und Jugendlichen für Künstler zu weiten. Dieser Begriff ist für Susana Mohr dabei weit gefasst. „Jeder, der eine Sache engagiert mit Spaß und Freude betreibt, ist ein Künstler, ein Lebenskünstler“, so ihre Meinung. Nach den vielen Auslandsaufenthalten ist Hamburg Susana Mohrs Zuhause geworden. Beim Blick auf die Binnenalster fühlt sie sich an einen wunderschönen See, den Lago de Atitlán, in Guatemala erinnert. „Der Himmel ist oft frei über Hamburg. Diese spezielle Verbindung von Licht und Wolkenbildung mag ich sehr“, sagt sie lächelnd.

Die Ausstellung „Blickwinkel“ ist noch bis zum 9. Juni im Bürgerhaus Barmbek (Lorichsstraße 28A) zu sehen. Kontakt zur Künstlerin: susana@intermohr.de oder Teelfon 0176/ 41767687 oder über Facebook
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