Hamburg: Beim Tanz etwas Leben lernen

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Die Klasse 8a der Helmuth-Hübener-Schule macht mit beim Tanzprojekt Choreograf Tyll Wibben
 

Schüler beteiligen sich an „Step by Step“. Im Juli im Ernst-Deutsch-Theater zu sehen

Barmbek. Was ist Choreografie und wie choreografiert man? Diese Fragen haben sich fünf Choreografen des Tanzprojektes „Step by Step“ gestellt und die Antworten, die sie darauf gefunden haben, zehn Hamburger Schulklassen in ihrer „Lecture Performance“ vorgestellt. Mit dabei war die 8 a der Stadtteilschule Helmuth Hübener.
Die Schüler im Tanzsaal im zweiten Stock der ehemaligen Dosenfabrik in Altona lachen, als die Choreografen sich tänzerisch und gestenreich die Hosen richten und eine imaginäre Bratpfanne schrubben. „Warum war das eben eine Choreografie?“ will Choreograf Tyll Wibben von den Schülern wissen. Youssefs Arm schnellt in die Höhe. „Weil es aus verschiedenen Bewegungen besteht!“ Der Schüler aus der Klasse 8 a der Stadtteilschule Helmuth Hübener ist mit seinen 26 Schulkameraden schon zum zweiten Mal beim Step-by Step-Projekt dabei. Projektleiterin Kathrin Flaspöler hat sich zum Ziel gesetzt, den Schülern über den zeitgenössischen Tanz einen Zugang zu Kunst und Kultur zu verschaffen und „die Ausdrucksfähigkeit, Persönlichkeitsbildung sowie die Entwicklung der körperlichen Selbstwahrnehmung zu fördern“.

„Gegen“ die Pubertät

Neben der Helmuth Hübener Schule sind in diesem Jahr neun weitere Klassen der Jahrgangsstufen fünf bis acht dabei, jede wird von einem der fünf Choreografen betreut. Tyll Wibben probt einmal wöchentlich mit der 8 a in Barmbek eine eigene Choreografie unter dem Motto „Verwandlung“, am 3. und 4. Juli werden die Tanzstücke aller Klassen im Ernst-Deutsch-Theater aufgeführt. Klassenlehrerin Sabine Peters ist begeistert von dem Projekt in Kooperation mit der Bürgerstiftung Hamburg: „Für viele ist zeitgenössischer Tanz erst einmal fremd, aber sie lernen etwas anderes kennen und wir haben die Möglichkeit, Tanz- und Theatervorstellungen zu besuchen.“ Bei ihren 13- bis 14-jährigen Schülern, die in der Pubertät gehemmt, schüchtern und schamhaft seien, „kommt unterm Strich viel rum. Sie sitzen nicht mehr im Theater und machen sich nur lustig.“
In der „Performance Lecture“ haben die Schüler spielerisch Gestaltungsmittel des zeitgenössischen Tanzes wie „raumgreifend“, „loopen“, „Zeitlupe“ oder „Kanon“ kennengelernt und viel über seine Elemente erfahren, zu denen unter anderem Hip Hop, Ballett, Modern Dance, Theater, Film und Foto gehören. Die fünf Tanzpädagogen zeigen den Schülern in der Dosenfabrik zum Abschluss eine kleine getanzte Geschichte. Die Schüler bekommen die Aufgabe, die soeben gelernten tänzerischen Gestaltungsmittel zu identifizieren und zu beschreiben, was sie gesehen haben. Wieder meldet sich Youssef zu Wort: „Das sah eben aus, als hätte jemand Vogelkacke vom Ärmel gewischt!“ hat der 13-Jährige beobachtet, der sich für Tanz und Theater interessiert. „Ja! Da ist ein Bild entstanden.“ Tyll Wibben ist zufrieden. Mit dem Choreografieren eine Geschichte zu erzählen oder Gefühle sichtbar zu machen und dabei in den Köpfen der Zuschauer Bilder entstehen zu lassen, ist auch eine der Lektionen der „Lecture Performance“. (flü)
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