Kunst am Bau erzählt Barmbeks Geschichte

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Impressionen von der Kunstinstallation „Zeitgeister“ im Quartier am Osterbekkanal Foto: Heume

Installation „Zeitgeister“ im Quartier am Osterbekkanal eingeweiht

Von Ruth Heume
Barmbek
Dort, wo einst der Pausenhof des Gymnasiums Uhlenhorst-Barmbek (GUB) war, befindet sich heute ein moderner Spielplatz. Er ist Teil des 2014 fertiggestellten Quartiers am Osterbekkanal. Die Saga/GWG, Hamburgs größter Vermieter, hat hier 98 öffentlich geförderte Wohnungen gebaut. Eine schlichte Betonmauer dient dem Spielplatz als Sichtschutz zur Straße. Diese Mauer wurde nun durch eine Kunstinstallation des Hamburger Künstlers Arne Lösekann aufgewertet. Zur Eröffnung am vergangenen Freitag sprachen Saga/ GWG Vorstand Wilfried Wendel und Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, zu den Gästen. Die Kunstwerke sind mehr als bloße Dekoration. Historische Fotos, die allesamt aus dem direkten Umfeld der Schule stammen, wurden auf großformatige Spiegelflächen transferiert. Die Motive versetzen den Betrachter in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts: Kinder, die in kurzen Hosen über blecherne Mülltonnen und Mauern tobten, als Spielplatz noch ein Fremdwort war, und Wäscheleinen, wie sie einst die Hinterhöfe schmückten. Durch die Kombination der nur schemenhaft erkennbaren Schwarz-Weiß-Bilder und den Spiegelungen ergeben sich interessante optische Effekte. So vermischt sich das Gestern mit dem Heute. Die Senatorin und der Saga/ GWG Vorstand sind sich einig: Kunst im Quartier ist ein wichtiger Faktor. Denn sie bringt Menschen zusammen, unterstützt die Kommunikation, das nachbarschaftliche Miteinander, die Identifikation und nicht zuletzt die gesellschaftliche Integration, so Wilfried Wendel. Dem Künstler Arne Lösekann war es ein besonderes Anliegen, mit dem Quartier in Verbindung zu treten. Er zeigte sich dankbar, dass die Saga/GWG ihm die Gelegenheit gegeben hat, eine Idee zu realisieren, die er bereits vor zehn Jahren hatte. Möglich wurde dies auch durch die gute Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Barmbek, die die historischen Fotos zur Verfügung stellte. Nun ist Lösekann gespannt, wie das Kunstwerk im Quartier angenommen wird. Er ist sich bewusst, dass Kunst immer auch polarisiert: „Von mir aus können sie auch fluchen.“ Die Kinder im Umfeld haben sich jedenfalls schon kreativ eingebracht und mit Kreide in die Rahmen gemalt, bevor die Spiegel angebracht wurden. „Das tat mir dann fast leid, als wir die Bilder anbringen mussten“, so der Künstler.
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