Lennart Matthiesen lebt fürs Theater

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Jung-Schauspieler Lennart Matthiesen spielt in „Das Boot“ erstmalig in einer großen Theaterproduktion Foto: Hanke
 
Lennart Matthiesen in „Das Boot“ (2.v.r.) zwischen Erik Schäffler und Patrick Abozen Foto: Oliver Fantitsch

Die erste große Rolle: Jung-Schauspieler als „II WO“ in der Inszenierung „Das Boot“ im Ernst-Deutsch-Theater

Barmbek/Uhlenhorst Um Theater dreht sich im Leben von Lennart Matthiesen derzeit fast alles. Der 24-jährige Schauspieler wirkt gerade zum ersten Mal an einer richtig großen Bühnenproduktion mit: „Das Boot“ am Ernst Deutsch Theater, die Theateradaption des berühmten Romans von Lothar-Günther Buchheim.
Klar, dass Lennart Matthiesen richtig happy ist. Er ist der II WO, der zweite Wachoffizier, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat und am Ende bei der Abwehr eines Fliegerangriffs verwundet wird. Glücklich ist der 24-Jährige Schauspieler aber nicht nur über sein Engagement in der populären Produktion, sondern vor allem über sein Mitwirken in diesem Boot-Ensemble und über sein Engagement am Ernst Deutsch Theater. „Das hat wunderbar funktioniert. Von der ersten Probe an war es ein tolles Zusammenspiel. Und es schwebte nicht eine Allüre in der Luft“, schwärmt der Jung-Schauspieler. Das richtige Feeling für „Das Boot“ bekam das Ensemble schon auf der Probenbühne. Dort stand ein Provisorium vom Inneren des Bootes. Lennart Matthiesen zeigt sich auch vom Ernst Deutsch Theater ganz begeistert: „Jeder wird mit offenen Armen empfangen. Das ist wie eine große Familie. Man kennt hier jeden Bühnenarbeiter.“

Liebe zum Theater in der Familie


Für Matthiesen bedeutet das bereits Kontinuität, denn Theater in Familie kennt der 24-jährigen seitdem er sprechen kann. Seine Eltern und die Schwester sind ganz theaternärrisch, spielen seit vielen Jahren im Theater Schenefeld, das Vater Michael als erster Vorsitzender leitet. Kein Wunder, dass der Sohn
schon in seiner Kindheit ins Bühnenfach eingeführt wurde. Mit acht Jahren spielte er seine erste Rolle im Weihnachtsmärchen. Die Liebe zum Theater wuchs dann so sehr, dass er sich die Bühne kurz vorm Abitur als Arbeitsplatz vorstellen konnte. An der Freien Schauspielschule wurde er gleich genommen, machte im vergangenen Jahr seinen Abschluss. Durch Regisseur Hartmut Uhlemann, der an dieser Schule unterrichtet, kam Lennart Matthiesen ans Ernst Deutsch Theater, an dem Uhlemann seit vielen Jahren inszeniert, zuletzt „Das Boot“.
„Das A und O sind Kontakte“, hat Lennart Matthiesen schnell erkannt. Die knüpft er derzeit für neue Engagements. Bis zum 17. April spielt er tagtäglich „Das Boot“. Was dann kommt, ist noch nicht spruchreif. Die Sicherheit eines festen Engagements an einem Theater lockt ihn derzeit nicht. „Ich kann noch mit wenig Geld viel machen“, erzählt der junge Schauspieler, der jetzt in einer Wohngemeinschaft in Winterhude lebt. Auch Sprecher-Jobs oder Auftritte in Filmen reizen ihn. Vielleicht kann Matthiesen auch die Musik mit der Schauspielerei verbinden. Er spielt Gitarre, hat mit einem Gitarrenquartett am Wettbwerb „Jugend musiziert“ teilgenommen. „Musiktheater interessiert mich sehr“, verrät der 24-Jährige, der mittlerweile auch an der Freien Schauspielschule als Dozent unterrichtet. Vieles ist derzeit möglich bei Lennart Matthiesen. Vieles ist im Fluss. Nur eines steht fest: Es geht fast immer ums Theater. (ch)

Bravourös gemeistert
„Die Enge ist spürbar“, sagt Schauspieler Lennart Matthiesen über seine Erfahrung in der Inszenierung „Das Boot“. Nicht nur für ihn und seine Kollegen auf der Bühne. Auch der Zuschauer fühlt sich bedrängt, kann der Enge nicht entgehen, so raumgreifend ist das stimmige Bühnenbild von Eva Humburg. Regisseur Hartmut Uhlemann hat sich genau am Roman orientiert, dessen Dialoge in seine Bühnenfassung Eingang gefunden haben, nicht an dem berühmten Film von Wolfgang Petersen. Ein sehr homogenes Ensemble aus namhaften Darstellern, (Erik Schäffler, Patrick Abozen), starken EDT-Cracks (Mario Ramos, Oliver Warsitz) und jungen Schauspielern meistert die realistische Geschichte einer U-Bootfahrt Ende 1941 bravourös. (ch)
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