Parseval in Sicht

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Hier schwebt das Luftschiff Parseval Anfang des 20. Jahrhunderts über dem Eilbekkanal Foto: Busse/Archiv Fackeldey

Lesung über die Hamburger Luftschifffahrt

Von Christina Busse
Barmbek
Eine Sensation am Himmel über Hamburg: „Die Völkerwanderung stockt in den Straßen, die Hälse recken sich nach oben, alles betrachtet das große Ungetüm“, das sich mit „knatterndem Sausen“ hoch über den Köpfen durch die Luft schiebt, so berichten die Hamburger Neusten Nachrichten über das Ereignis am Pfingstsonntag des Jahres 1911: Ein motorisiertes Luftschiff drehte erstmals seine Runden über der Stadt. Der über 70 Meter lange „Parseval“, an dem mit Gurten eine Gondel für ein Dutzend Passagiere angehängt war. Auf einer großen Wiese südlich des Friedhofs Ohlsdorf war extra ein Flugfeld angelegt worden, hier ließ der Hamburger Kaufmann Richard Pfaffe für 100.000 Reichsmark eine hölzerne Halle für den „Parseval“ errichten. Rundum sorgten Restaurants, eine Kleinkunstbühne und das Hamburger Philharmonische Orchester für das leibliche Wohl und die Unterhaltung der Besucher, die in Scharen herbeiströmten.
An manchen Tagen kamen bis zu 27.000 Schaulustige. Was damals gut einen Monat lang in der Stadt für Gesprächsstoff sorgte, aber dann in Vergessenheit geriet, lässt über 100 Jahre später der Autor Christian Fackeldey wieder lebendig werden: Aufgewachsen in unmittelbarer Umgebung der ehemaligen Luftschiffhalle, schnappte der heute 42-Jährige als Kind eine Bemerkung einer alteingesessenen Nachbarin auf. Seither hat ihn das Thema nicht mehr losgelassen. Drei Jahre lang war der Industriemechaniker in seiner Freizeit dem Luftschiff auf der Spur, hat in Bibliotheken und Archiven historische Dokumente und alte Fotografien ausfindig gemacht. „Eine superspannende Sache: Man taucht in einen riesengroßen Kosmos ein“, so Fackeldey. Mit großer Leidenschaft hat er ein Stück ganz besondere Geschichte freigelegt, das er in seinem jüngst erschienenen Buch „Parseval in Sicht!“ (JMB Verlag) eindrucksvoll und kurzweilig dokumentiert.

Am Donnerstag, den 14. April, um 20 Uhr stellt er sein Werk in der Buchhandlung Hartmann, Fuhlsbüttler Straße 386, erstmals vor. Der Eintritt kostet 6 Euro, inklusive kleinem Snack. Reservierungen unter der Rufnummer 630 98 18 oder an: hartmann@buchhandlung-hartmann.de
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