Premiere für „Gespenster“

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Deutsche Schauspielvereinigung wagt sich an über 130-jähriges Familiendrama

Barmbek Die Deutsche Schauspielvereinigung (DSV), eines der ältesten Amateurtheater Hamburgs, spielt Henrik Ibsens Familiendrama „Gespenster“. Premiere ist am 8. April im Theater an der Marschnerstraße. Helene Alving hätte ihr düsteres Familiengeheimnis am liebsten mit ins Grab genommen, doch alte Gespenster tauchen plötzlich wieder auf und zerren die grässliche Wahrheit ans Licht. Als Helene merkt, dass sich zwischen ihrem Sohn Osvald und dem Hausmädchen Regine ein zartes Band entwickelt hat, führt kein Weg mehr daran vorbei, den beiden alles zu gestehen. Die heile Welt, die sie erschaffen hat, zerbricht ebenso schnell, wie das gerade fertig gestellte Kinderasyl, das zu Ehren ihres toten Ehemannes erbaut wurde, in Flammen aufgeht. Ibsens „Gespenster“ ist mittlerweile eines der meistgespielten Dramen auf internationalen Bühnen. Das war nicht immer so: 1881 stieß das Stück bei seinen Zeitgenossen zunächst auf Ablehnung und durfte in seiner norwegischen Heimat nicht aufgeführt werden. Inzest, Ehebruch, Syphilis und aktive Sterbehilfe waren für die damalige Gesellschaft keine geeigneten Themen für ein Theaterstück. Viele Andeutungen, die damals für Empörung sorgten, lassen sich heute nicht mehr so leicht nachvollziehen und man muss schon sehr gut aufpassen, um mitzubekommen, welche Krankheit eigentlich gemeint ist, oder wer hier mit wem verwandt ist. „Wir haben in dreimonatiger, intensiver Probenarbeit festgestellt, dass es oft nicht nur eine richtige Antwort für Ibsen gegeben hat“, berichtiet Claudia Bade vom DSV, die auch selbst mitspielt. Die DSV-Inszenierung in der Regie von Nora Lobsien zeigt eine Zeit, in welcher die gesellschaftlichen Ideale zu bröckeln begannen und die Menschen sich auf die Suche nach einer neuen Wahrheit begaben. Eine Zeit, in der „aufrührerische“ und „freidenkerische“ Schriften, die kirchlichen Grundsätze langsam aus den Köpfen der Menschen verbannten. (wb)

Gespenster: 8., 9. April, 19.30 Uhr, 10. April, 18 Uhr, Marschnerstraße 44, Kartentelefon: 27 86 71 47. Weitere Infos: Theater an der Marschnerstraße
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