Streik im Märchenwald

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Viele Chormitglieder kommen extra aus dem Umland nach Barmbek – für märchenhaftes Musical-Feeling Foto: Music Alive

Musical-Chor Music Alive aus Barmbek begeistert mit ungewöhnlichen Auftritten

Von Ruth Heume
Barmbek
„Ach wie gut dass niemand weiß, dass ich.... Hildegard Schnippenschnuppen heiß!“ Hildegard Schnippenschnuppen? Wer denkt sich denn so etwas aus? Die kreativen Köpfe des Musical-Chores Music Alive sprühen nur so vor Ideen. Und die verarbeiten sie alljährlich in einer raffinierten Show mit Gesang, Choreografie und kleinen Spielszenen. Für ihr Weihnachtskonzert „Grimmsalabim“, das im Dezember stattfand, haben sie Grimms Märchen auf den Kopf gestellt. Die Hexe belegt das Märchenbuch der Gebrüder Grimm mit einem Fluch: Sie möchte sich dafür rächen, dass sie in den Märchen immer die Böse ist. Daraufhin geraten alle Märchen durcheinander. Die sieben Zwerge trinken gerne mal einen über den Durst, nach dem Motto „kippen wir die Schnäpsepfützen hinter
unsere Zwergenmützen“. Prinz Charming von Wichtighausen findet einfach keine Prinzessin, die ihn heiraten möchte. Und Rapunzel verliert ihren Zopf, obwohl der Frisör doch eigentlich nur die Spitzen schneiden sollte. So kann es nicht weitergehen in der Märchenwelt. Die Gebrüder Grimm laden zur Betriebsversammlung und die Märchenfiguren treten in den Streik. Die Spielszenen wechseln sich ab mit bekannten Musical-Songs und Weihnachtsliedern in deutscher und englischer Sprache. Am Ende geht natürlich – wie im richtigen Märchen – alles gut aus: Der Prinz heiratet die Märchenerzählerin und die Hexe ist ja eigentlich gar nicht so böse, sondern nur einsam. Und es siegen die Liebe und die Toleranz, nach dem Motto „Wir sind, was wir sind“.

Eigene Showkonzepte


Der Chor Music Alive wurde im Jahr 2000 gegründet, feierte also im vergangenen Jahr sein fünfzehnjähriges Bestehen. Einige Gründungsmitglieder sind bis heute dabei. 2009 gewann Music Alive den Chorwettbewerb auf der Altonale. Das Repertoire ist vielfältig und erstreckt sich in erster Linie über den Musical-und Filmmusikbereich. Die Weihnachtskonzerte sind immer ein besonderes Highlight und in der Regel schon lange im voraus ausverkauft. Die Chormitglieder erarbeiten ihre Showkonzepte völlig selbständig. Da werden Choreografien ausgearbeitet, Dialoge geschrieben und auch gerne einmal bekannte Lieder umgetextet. Als musikalischer Leiter steht den Laienkünstlern ein echter Profi zur Seite: Der US-Amerikaner und Wahlhamburger John Lehman ist seit über 35 Jahren im Musicalgeschäft. Er sorgt dafür, dass bei den aufwändigen Shows der Chorgesang nicht zu kurz kommt. Und der kann sich hören lassen. Der zur Zeit 22-köpfige Chor singt vier-, manchmal auch sechsstimmig und schreckt auch vor anspruchsvollen Stücken nicht zurück. Einige Mitglieder kommen von weit her jeden Mittwoch zum Probenraum an der Hamburger Straße in Barmbek. Begleitet werden die Sänger von John Lehman am Keyboard, bei den großen Shows werden meistens zusätzlich Gastmusiker angeheuert. Auch die Bühnendekorationen und Kostüme können sich immer sehen lassen: viele unterschiedliche Talente sind in der Gruppe vereint, und jeder hilft mit, wo er kann.Wer „Grimmsalabim“ in der Nach-Weihnachtsversion (ohne Weihnachtslieder) noch einmal sehen möchte, der muss allerdings bis nach Henstedt-Ulzburg fahren. Für den Oktober ist aber ein Benefizkonzert in Hamburg geplant. Da wird dann weniger die Show als der Gesang im Vordergrund stehen. Und natürlich der Benefizcharakter. Übrigens: Hohe Sopranstimmen und Bässe werden noch gesucht.

Weitere Infos online auf www.musicalive.de, Telefon 0173 212 04 43. 30. April, 20 Uhr, Bürgerhaus Henstedt-Ulzburg, Beckersbergstraße 34, Telefon 04193/ 51 03
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