1000 Schüler laufen für guten Zweck

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Sie alle haben das Ziel erreicht: nach acht Kilometer Strecke sind die Schüler der 9a samt Klassenlehrer Munir Atie am Ziel angekommen. Foto: Röhe

Stadtteilschule Horn führt ersten Sponsored Walk durch

Horn/Mitte. Sie sind jung, sportlich und vor allem gesund. Dass Letzteres keine Selbstverständlichkeit ist, konnten Schüler der 9a im Ethik-Unterricht erleben. Klassenlehrer Munir Atie zeigte eine Reportage über das Hamburger Kinderhospiz Sternenbrücke. „Am Ende waren alle Schüler sprachlos und berührt“, sagt der Pädagoge. Die Stadtteilschule behandelt das Thema Sterben und Tod jeweils in allen neunten Jahrgängen. Das beginnt bei Filmvorführungen und endet meist bei einer Besichtigung eines Bestattungsunternehmens. „Wir haben an unserer Schule keine Gewalt. Das Thema Sterben und Tod führt zu einem besseren Bewusstsein, dass alles endlich ist. Würde jemand einem Klassenkameraden eine runter hauen, der wiederum mit dem Kopf gegen eine Heizung stößt und sich dabei tödlich verletzt, ist das Problem da. Mit unserem Ethik-Unterricht beugen wir solchen Taten einfach vor“, ergänzt Peter Fischer. Die Schüler würden das Leben an sich besser verstehen und vor allem zu schätzen wissen. „Ich habe vor einiger Zeit einmal das Kinderhospiz angeschaut. Die Kinder sind in einem eigenen Zimmer, können ausschließlich Bettspiele spielen. Fußball oder andere tolle Sportarten kommen für sie nicht in Frage“, sagt Christoph Schwantes, Schüler der 9a. „Es ist toll, dass sich so viele Menschen – viele ehrenamtlich – engagieren. So etwas muss unterstützt werden“, ergänzt der 15-jährige Schüler.
Schnell stand fest, dass Geld gesammelt und für das Hospiz Sternenbrücke zusammen kommen muss. Lehrer Peter Fischer, der ansonsten den jährlichen Alsterlauf organisiert, setzte den ersten Sponsored Walk der Stadtteilschule Horn in die Tat um. Er selbst suchte sich mit der Firma Euroimmun einen Sponsor, der ihm für jeden gelaufenen Kilometer 100 Euro bezahlt. Alle anderen Läufer der gesamten Stadtteilschule Horn (1000 Schüler und drei Lehrer) suchten sich selbst Menschen, die sie sponsern. „Ich habe meine Freundin Berie Akdogan mit 4 Euro unterstützt“, sagte Elham Afshar. Bei vielen anderen kamen Familienangehörige oder Freunde ins Spiel. Gestartet wurde am 24. Mai bei herrlichem Sommerwetter an der Außenalster.
Im Halbstundentakt ging es für die Schüler der Stadtteilschule auf die acht Kilometer lange Strecke. Um 8.30 Uhr startete der achte Jahrgang (8a-f), um 9 Uhr der neunte Jahrgang (9a-e), um 9.30 Uhr der zehnte Jahrgang (10a-e), sowie um 10 Uhr der elfte und zwölfte Jahrgang.
Nach jedem gelaufenen Kilometer gab es einen Streckenposten, bei dem sich jeder Läufer einen Stempel abholen musste. Die Strecke antreten musste übrigens jeder Schüler. „Eine Schülerin überreichte mir eine Entschuldigung, die ihr ihre Mutter geschrieben hatte. Ich habe sie zerrissen und gesagt, dass sie anstelle von Laufen dann halt Gehen solle“, sagt Peter Fischer schmunzelnd und ergänzt: „Bei dem Alsterlauf werden die gesund, die vorher krank waren. Bewegung ist die beste Therapie!“ Bei einem Sponsored Walk kommt es nicht auf Zeit, sondern auf gelaufene Strecke an. Dennoch waren viele Schüler mit Spitzenleistungen unterwegs. Christoph Schwantes beispielsweise brauchte für seine acht Kilometer knapp 34 Minuten. Einige Schüler dachten während des Laufs an die Kinder in der Sternenbrücke. „Mir tun die Kinder so leid. Ich hab ständig an sie gedacht. Das war mein Ansporn, die gesamte Strecke joggend zu schaffen“, sagt Ayse Özdemir, ebenfalls Schülerin der 9a. Gegen 13 Uhr war der Lauf zu Ende. Die Jahrgänge 5 bis 7 sind übrigens durch den Hammer Park gelaufen. Zwar keine acht Kilometer, aber durch Steigungen dürfte es sich alle mal ausgeglichen haben. (mr)

Das Kinder-Hospiz Sternenbrücke ist eine Einrichtung für Kinder und junge Menschen bis zu einem Alter von 27 Jahren mit unheilbaren oder degenerativen Erkrankungen, für die keine kurativen Therapien mehr möglich sind und die eine begrenzte Lebenserwartung haben. Es ermöglicht einen gemeinsamen Weg – vom
ersten Kontakt in der Krankheitsphase bis zur individuellen Lebensform –
im Sterbeprozess. www.sternenbruecke.de
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