225 Jahre: Hamburger Schule feiert großes Jubiläum

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Schulleiter Thomas Berger inmitten von Schülern der Stadtteilschule Bramfeld
 
So sah die Schule am Bramfelder Dorfplatz 1912 aus

1789 Bramfelder Lehrer erstmals urkundlich erwähnt. Am Donnerstag startet das Festprogramm

Hamburg. Die Stadtteilschule Bramfeld begeht am Donnerstag, 3. April, ihr 225-jähriges Bestehen. Von 12 bis 13.35 Uhr soll am Standort Bramfelder Markplatz gefeiert werden. Und im August ist eine ganze Festwoche geplant.
„Die ehemalige Schule am Bramfelder Dorfplatz blickt eigentlich auf eine nahezu 300-jährige Geschichte zurück – und ist eine der ältesten Schulen Hamburgs“, erklärt Lehrer Sven Schoppe, der für die Schule als Archivar fungiert. Aber richtig nachweisbar sei die Existenz einer Schule – oder genauer eines Lehrers in Bramfeld erst im Jahr 1789: „Durch Gerichtsprotokolle des Amtes Trittau wissen wir, dass der Tischler Hans Hermann von Elm von den Bramfelder Bauern eine offizielle Bezahlung für seine Tätigkeit als Lehrer verlangte. Am 5. April 1789 bestätigte das Gericht seine Forderung. Für uns dokumentiert dieser amtliche Beschluss, dass es seit nunmehr über 225 Jahren in Bramfeld eine Dorfschule gibt“, so Schoppe. Aber tatsächlich wurde schon im sogenannten Bramfelder Erdbuch aus dem Jahre 1708, in dem die Bewohner des Dorfes mit ihrem Grundbesitz, ihren Einkünften und Abgaben aufgeführt werden, zum ersten Mal von einem „Schollmeister Hans Schneider“ berichtet. Für die Bramfelder war er somit der erste Lehrer dieses Dorfes, denn vor dieser Zeit mussten die Kinder jeden Tag nach Bergstedt laufen, in die einzige Schule weit und breit.
Wie es zu der verzögerten Dokumentation kam, kann Sven Schoppe auch erklären: Christian IV., König von Dänemark – Bramfeld war einst dänisch – hatte 1736 eine Schulordnung erlassen, wonach jedes Kind in seinem Reich eine Schule besuchen musste. Alle Dörfer wurden angewiesen, ein Schulhaus zu bauen und einen Lehrer zu beschäftigen. Das mussten die Bauern und Handwerker aber selber bezahlen, deshalb versuchten sie, diese Maßnahme so lange wie möglich hinauszuschieben. Während die Bauernkinder im 18. Jahrhundert zunächst im „Wohnzimmer“ des Lehrers Unterricht hatten, bauten die Bramfelder vor etwa 150 Jahren für ihre Kinder ein richtiges Schulhaus. Dieses strohgedeckte Fachwerkhaus hielt aber den Anforderungen nicht sehr lange stand. Es wurde baufällig. Hinzu kam, dass die Bramfelder Bevölkerung gegen Ende des 19. Jahrhunderts stark anwuchs.
Ein neues Schulhaus musste 1889 her. Es sollte 90 Jahre Schuldienst tun und steht noch heute am Bramfelder Dorfplatz – und wird unter anderem als Ärztehaus genutzt.
Nach 1945 wuchs die Bramfelder Bevölkerung rasant, die Schule wurde nach und nach erweitert – auch an verschieden Standorten, zum Beispiel an Owiesenstraße, der heutigen Fabriciusstraße oder in der Siedlung Hegholt. 1958 begannen die Umbauarbeiten am alten Schulhaus, das in den Jahren 1904 bis 1913 erbaut wurde. Das heutige Fachraumgebäude entstand. 1960 wurde dieser Umbau vollendet. Die Schule Bramfelder Dorfplatz, so hieß die Schule damals, führte als erste Schule Hamburgs die Neigungskurse in den Klassenstufen 7 bis 10 ein. Das geschah zunächst gegen den Willen der Schulbehörde im Rahmen eines „Schulversuchs“. Später unterrichteten alle Haupt- und Realschulen in Hamburg so. Auch die jüngste Geschichte der Bramfelder Schule war bewegt: Im August 2012 brannte die frisch sanierte Sporthalle am Standort Bramfelder Dorfplatz ab. Im Rahmen des Neubauprogramms des Sportamtes wird sie zurzeit – nun sogar in doppelter Größe – wieder aufgebaut, Eröffnung ist im Mai.
Sven Schoppe ist zurzeit dabei, eine Geschichts-CD zu erstellen. Im August ist ein großes Festprogramm geplant – ein ganze Woche lang. (wb)
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