25 Jahre Landlust in Hamburg

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Regelmäßig gibt es Pflanzenmärkte auf Gut Karlshöhe, das 2014 Geburtstag feiert Foto: Andresen/wb
 
Geschäftsführer Dieter OhnesorgeFoto: Busse

Das Gut Karlshöhe hat in diesem Jahr Grund zum Feiern

Hamburg. Das Gut Karlshöhe hat Grund zum Feiern: Seit 25 Jahren erleben hier große und kleine Besucher Natur in der Stadt – auf einer Fläche, größer als ein Dutzend Fußballfelder zusammen. Gleich am Sonntag, 25. Mai, gibt‘s das große Familienfest mit Schafschur. Und am letzten Juniwochenende steigt das Jubiläums-Sommerfest in Hamburgs einzigem Umweltzentrum – mit Hühnern und Schafen, Gutshaus, Stall und Scheune, Obstwiese, Waldstück und Bauerngarten.
Das Wochenblatt startet hier mit einer Serie über Hamburgs Landlust-Oase im Norden:
Ein sonnig-warmer Tag im Mai: die Apfelbäume blühen, die Bienen summen, die Lämmer springen über die Weide. Wer einen Spaziergang über das Gelände macht, trifft freilaufende Hühner, neugierige Ziegen, kann duftende Kräuter und einen historischen Trecker bestaunen. Auf dem kopfsteingepflasterten Hof und in der großen Scheune finden Bauernmärkte und Kindergeburtstage statt. Doch das Gut Karlshöhe ist mehr als eine Oase und ein lebendiges Museum. „Wie wollen wir in Zukunft leben?“, ist eine der ganz großen Fragen, denen man sich hier widmet. Tradition und Moderne liegen dabei ganz dicht beieinander. „Wir wollen selbst ein Vorbild sein“, sagt Dieter Ohnesorge, Geschäftsführer der Hamburger Klimaschutzstiftung. Sie wurde 2008 von der Stadt Hamburg gegründet, um das Gut, deren Eigentümerin die Stadt ist, zu betreiben. Das Gut Karlshöhe soll Altes bewahren und vermitteln, gleichzeitig einem breiten Publikum positive Anregungen bieten. „Die Menschen wollen und sollen gut leben und dabei die Möglichkeit haben, sich bewusst zu entscheiden – zum Beispiel in Hinblick auf Mobilität, Reise und Kommunikation“, erläutert Ohnesorge, der das Gut als Bildungseinrichtung für nachhaltige Entwicklung versteht. Von altem Handwerk bis zum wissenschaftlichen Forschungsprojekt findet sich auf Karlshöhe eine riesige Bandbreite an Themen, die von einer großen Zahl an Spezialisten mit Leben gefüllt wird, darunter neben elf festangestellte (Teilzeit-)Mitarbeitern rund 50 Ehrenamtliche. „Deren großes Engagement macht sicher mit den Charakter von Gut Karlshöhe aus – ihnen gilt ein großes Dankeschön“, betont Ohnesorge, der selbst seit 2001 dabei ist. Der Lehrer für Biologie und Sport, der viele Jahre in der Umweltbildung tätig war, hat das Gut beim Übergang von der ursprünglich ehrenamtlichen Trägerstruktur zu seiner heutigen Form begleitet – „eine spannende Entwicklung“, so der 57-Jährige. Die größte Herausforderung bisher war die Modernisierung des ehemaligen Staatsguts zur Freizeit- und Umweltbildungsstätte. Das ließ sich die Stadt 4,8 Millionen Euro kosten. Seit Sommer 2011 erstrahlen die historischen Gebäude in neuem Glanz – natürlich unter Berücksichtigung neuester Umwelttechnologien. Die Erlebnisausstellung „JahresZeiten“ förderte die Bundesumweltstiftung mit einer Mio. Euro.
Geöffnet ist das Gelände täglich bei freiem Eintritt. Der laufende Betrieb von Gut Karlshöhe wird mit Mitteln der Behörde für Stadtentwicklung gefördert sowie über die Hamburger Klimastiftung. Hinzu kommen eigene Einnahmen zum Beispiel aus Raumvermietungen, Workshops und Eintrittsgelder. Die Besucher kommen aus der Nachbarschaft genauso wie aus ganz Hamburg und dem Umland. Hier lässt sich die Natur im Lauf der Jahreszeiten erleben, Kurse laden zum Mitmachen ein. Die Ausstellung (dienstags bis sonntags, 11-18 Uhr, Eintritt 2,50 Euro/4,50 Euro) im ehemaligen Stallgebäude mit Kleinhuis‘ Gartenbistro sorgt ebenfalls dafür, dass man immer wieder Neues entdecken kann.
Viele „alte“ Bramfelder werden sich noch an den Gutsbetrieb erinnern, bevor vor 25 Jahren das Umweltzentrum Karlshöhe einzog: Das alte Hofensemble des ehemaligen Staatsguts wurde noch bis in die 1970er Jahre als landwirtschaftliches Anwesen genutzt. Ursprünglich wurde das Gelände, bekannt unter dem Namen „Bramfelder Höhe“, um 1850 von Carsten Reimers als Bauernhof urbar gemacht. Die Ländereien, inzwischen in „Carlshöhe“ umbenannt, wurden später von Johann Heinrich Schröder, dem Besitzer des Guts Berne, dazu gekauft und als Geflügelfarm genutzt. 1919 erwarb die Hamburger Stadt das Gut und baute es zu einer Lehranstalt für Geflügelwirtschaft mit „Wettlegehof“ aus.
Anfang der 1960er Jahre wurden die Flächen durch Wohnbebauung weiter begrenzt, so dass die landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr rentabel war. Karlshöhe diente als Reiterhof und verfiel langsam. 1986 wurde der Trägerverein für ein Umweltzentrum Karlshöhe gegründet. Senat und Bürgerschaft beschlossen die Sanierung des Gutshauses und die Vergrößerung der Fläche auf rund neun Hektar. 1989 eröffnete das „Umweltzentrum Karlshöhe“ offiziell seine Pforten. (cb)
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Info
Maifest mit Schafschur:

Das große Familienfest auf Gut Karlshöhe findet am Sonntag, 25. Mai, von 10 bis 16 Uhr mit einem bunten Rahmenprogramm statt. Unter anderem führen die Imker über den Lehrbienenpfad und zeigen, wie Bienenkörbe gebunden werden.Es gibt auch leckeren Honig. Ab 13 Uhr geht es den Schafen an die Winterwolle. Die Teilnahme an der Schafschur kostet für Kinder 1 Euro, für Erwachsene 2 Euro. (cb)
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