30 Jahre selbsbewusst „queer“

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Machen sich stark für das mhc: Steve Behrmann, Ralf Federspiel, Martin Schneekloth und Wiebke Fuchs. Foto: Haas

Magnus Hirschfeld Centrum (mhc) feiert Jubiläum

Winterhude. Sie sind „queer“: schwul, lesbisch oder transgeschlechtlich. Doch nach ihrem Slogan „selbstbewusst andersrum“ zu leben, war nicht immer selbstverständlich. Ein Wegbereiter für Toleranz und Gleichstellung war das Magnus Hirscheld Centrum (mhc), das vor 30 Jahren als ein gemeinnütziges Beratungs-, Kommunikations- und Kulturzentrum geschaffen wurde. Seitdem fanden viele Menschen hier eine unentbehrliche Anlaufstelle. „Wer heute hierher kommt, kann ganz entspannt so sein, wie er ist. Viele Leute bringen auch ihre Hetero-Kumpel mit“, erklärt Steve Behrmann (49). Der Leiter der mhc-Beratungsstelle lässt die Jahrzehnte Revue passieren. „Das wissen gerade auch die Jugendlichen zu schätzen. Hier müssen sie sich nicht verstellen“, ergänzt Wiebke Fuchs, die das Schulaufklärungsprojekt „soorum“ in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Lehrerfortbildung koordiniert. Immerhin wird das Schulprojekt seit einem Jahr von der Stadt gefördert. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte das mhc eine große Bandbreite von Aufgaben und Aktivitäten – allen voran die Beratung. Heute lägen eindeutige Schwerpunkte der Arbeit etwa in der Betreuung der Senioren. „Sie bauten vor 30 Jahren das mhc gegen so manchen Widerstand auf. Heute müssen sie wieder darum kämpfen, dass sie auch im Alter schwulen- oder lesbengerecht leben dürfen“, so Behrmann. Einen Platz in Seniorenwohnungen bekomme oft nur, wer sein Anderssein verberge. „Wir müssen noch dickere Bretter bohren zum Thema Wohnen und Lebensformen im Alter, damit Schwule und Lesben im Altersheim nicht verstummen.“ Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Jugendarbeit. Der im vergangenen Jahr eröffnete Jugendtreff habe sich gut bewährt. „Er wird super angenommen und gut besucht“, freut sich Wiebke Fuchs. (wh)
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