60 Jahre American Women’s Club of Hamburg

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Georgia Regnault, Carol Battenfeld, Laura S. Langford, Petra Roitsch und Mary Frances Ludolph (v.l.) vor dem Gala-Abend im Restaurant Parlament im Rathaus Foto: Gehm

Verein engagiert sich für wohltätige Zwecke und hilft Amerikanerinnen beim Einleben in der Hansestadt

Von Dagmar Gehm
Hamburg
Unter dem Motto „Diamond Celebration“ steht der American Women’s Club of Hamburg (AWCH) mit zahlreichen Veranstaltungen ganz im Zeichen des Jubiläumsjahrs. Beim großen Diamond Gala Event blickt der Club auf 60 Jahre Aktivitäten, ehrenamtliche Tätigkeiten und wohltätige Projekte zurück. An der Hamburger Uni hatte die Studentin aus Missouri ihren „Mr. Wonderful“, einen chinesischen Kommilitonen, kennengelernt und eine Familie mit ihm gegründet. „Doch bald begann ich, mich klein und minderwertig zu fühlen“, erinnert sich Becky Tan. „Als alle es besser wussten, wie ich meine beiden Kinder zu erziehen hätte. Einschließlich meines Ehemanns, der inzwischen Chefarzt im Rissener Krankenhaus war. In meiner Not rief ich beim amerikanischen Generalkonsulat an, ob man mir einen Psychiater empfehlen könnte. ‚Wir haben einen ganz tollen Psychiater für Sie‘, lautete die Antwort – den American Women’s Club of Hamburg‘.“ Von den Ladies des AWCH erhielt die Amerikanerin dann endlich die Bestätigung, dass es genau so richtig sei, wie sie selber die Kinder erziehen wollte: „Mein Selbstwertgefühl kehrte zurück.“ 45 Jahre liegt die Episode zurück, seitdem ist Becky Tan Mitglied des AWCH. Heute ist die 75-Jährige Leiterin einer der zahlreichen Hobbygruppen des Clubs. Auf kinocritics.com und weiteren Foren besprechen sie und einige der Ladies neue Filme – 2.500 Kritiken sind es bis jetzt. Als Austauschschülerin ging Petra Jette Roitsch (40) für ein Jahr in die USA: „Ich habe mich damals sofort in Land und Leute verliebt.“ Als sie zurückkam, litt sie unter Entzugserscheinungen. Beim AWCH verstand man genau, was sie vermisste. „Andererseits habe ich gelernt, Hamburg durch die Augen der Neuankömmlinge zu sehen und zu schätzen“, so die Kommunikationsleiterin. 1956 als American Women’s Luncheon Club gegründet, verzeichnet der Club in seiner jetzigen Form 120 Mitglieder, davon rund zwei Drittel aus den USA. Ein Drittel ist international besetzt, darunter auch von Deutschen wie Petra Roitsch. „Man hat hier viele gemeinsame Interessen – generationsübergreifend.“ Das jüngste Mitglied ist 28, das älteste 87 Jahre alt. Viel Service für wenig Geld: 39 Euro im Jahr kostet die Mitgliedschaft. Ein Newsletter informiert alle vierzehn Tage über sämtliche Aktivitäten: Weiterbildung, Hobbygruppen, Ausflüge, Sport- und Musikangebote. Der Club hilft mit Informationen zu Integration, Steuern, Rechtsfragen oder Alltagsfragen wie Arzt, Kita oder ein nettes Café in der Nachbarschaft zu finden. Jedem Mitglied wird anfangs ein „Hamburg helper“ zur Seite gestellt, der ihm hilft, sich einzuleben, selbst bei so banalen Dingen wie amerikanisches Backpulver in der Hansestadt zu finden. Stark engagiert sich der gemeinnützige Verein für wohltätige Projekte, so auch „Herzkissen Hamburg“ für Brustoperierte in Krankenhäusern (das Wochenblatt berichtete). „Dann setzen wir uns zusammen, stopfen und nähen Hunderte von Kissen“. Angedockt als Mitglied an das FAWCO, der Federation of American Women’s Clubs Overseas, Inc., unterstützt der Verein das jeweils jährliche Zielprojekt. Diesmal mit 1.385 Euro aus der Gala-Tombola das Programm „Ausbildung – um Frauen und Mädchen durch Kenntnisse und Fertigkeiten in die Selbständigkeit zu führen.“ Wie alle Ladies hat sich auch Laura S. Langford für den rauschenden Gala-Abend im Rathaus-Restaurant Parlament in feine Abendrobe gehüllt. Seit 2015 ist die Ex-Bankerin Präsidentin, mit jeder Menge neuer Ideen. In der Hansestadt fühlt sie sich wohl: „Die Reeperbahn erinnert mich an meine Heimat Las Vegas.“

Weitere Infos: American Women’s Club of Hamburg
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