Abschied nach 17 Jahren

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Gerhard Grotz (l.) und Rainer Hencke ziehen eine positive BilanzFoto: Schlink

Schulleiter-Duo des Gymnasiums Grootmoor geht in Ruhestand

Von Mike Schlink
Hamburg. Am Gymnasium Grootmoor sind sie seit 17 Jahren ein eingespieltes Team. Als Team verlassen sie auch den Schuldienst: Für Schulleiter Rainer Hencke, 64, und Stellvertreter Gerhard Grotz, 62, ist am 31. Januar 2014 Schluss. Im WochenBlatt-Interview sprechen sie über „ihre“ Schüler, ein Pilotprojekt und ihre Nachfolger.

WochenBlatt: Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Rainer Hencke: Am meisten hat mir die Zusammenarbeit mit den Menschen, also den Schülern und den Kollegen Freude bereitet, insbesondere die mit Gerhard Grotz. Diese Zusammenarbeit war für mich immer sehr beglückend!
Gerhard Grotz: Ich kann das nur bestätigen. Was bei mir auch Eindruck hinterlassen hat, ist die Arbeit im Schülertheater. In Erinnerung ist mir dabei die „Chinesische Mauer“ von Max Frisch.

WB: Einsame Entscheidungen gab es bei Ihnen nicht. Wie war Ihre Zeit als Schulleiter-Duo?
RH: Ich glaube, wir haben hervorragend zusammengearbeitet und die Schule gut entwickelt. Dabei haben wir kontinuierlich dafür gesorgt, dass die Schüler und Kollegen sich hier wohl fühlen, was ich ganz entscheidend finde.
GG: Und das ist eben nicht nur ein persönlicher Eindruck. Wir haben auch immer wieder positives Feedback von Kollegen, Eltern und Schülern erfahren. Das war immer recht motivierend.

WB: Sie haben das Pilotprojekt „Selbstverantwortete Schule“ am Gymnasium Grootmoor realisieren können. Waren dazu viele Barrieren zu überwinden?
RH: Der Schulversuch „Selbstverantwortete Schule“ ist ein Versuch, bei dem sich Schulen vernetzt haben, bei denen bewusst an Unterrichtsvernetzung gearbeitet wurde. Da arbeiten Gymnasien, Stadtteilschulen und Grundschulen zusammen. Es hat durch diese Vernetzung eben auch einen Austausch von Ideen in Bezug auf Unterrichtsentwicklung gegeben. Und das ist sehr befruchtend.
GG: Und ich fand am Erfreulichsten, dass das ganze Kollegium an diesem Projekt engagiert teilgenommen hat, obwohl einige Bedenken hatten. Diese sind aber mit der Zeit ausgeräumt worden.

WB: Was wünschen Sie sich für Ihre Nachfolger Bettina Herzog und Jörg Dresbach?
RH: Ich wünsche mir, dass sie die Möglichkeit wahrnehmen neue Ideen zu entwickeln und die Schule weiter voranzutreiben. Schule kann ja nicht stehen bleiben. Ich bin sehr froh, dass wir hervorragende Nachfolger gefunden haben. Die beiden haben sowohl das Potenzial als auch die Kraft dazu, diese Schule auf einem guten Weg zu führen.
GG: Ich wünsche den beiden Kollegen Bettina Herzog und Jörg Dresbach, dass sie nicht von den ständig neuen politischen Aufträgen und Reformen überrannt werden. Dies war in den letzten Jahren ja oft der Fall. Sie sollen die Zeit haben die Schule zu stabilisieren und fortzuentwickeln.

WB: Werden Sie der Schule in irgendeiner Form erhalten bleiben?
RH: Also zunächst einmal werde ich mich hier bestimmt nicht jede Woche sehen lassen, um zu schauen, wie die Schule sich macht. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich zur Verfügung stehe, falls Fragen auftauchen oder Hilfe gewünscht wird. Ansonsten werde ich mich weitgehend zurückhalten.
GG: Richtig, wenn Hilfe notwendig ist, werde auch ich kommen. Erscheinen werde ich aber auf jeden Fall immer bei Konzerten, Theateraufführungen oder anderen Schulfesten.

WB: Viele Schüler werden Sie als Vertrauenspersonen vermissen. Ist es umgekehrt auch so?
RH: Ich vermisse es jetzt schon! Seit einem halben Jahr bin ich nämlich nicht mehr Klassenlehrer. Die Klasse, in der ich mich noch ein Stück weit mehr zu Hause fühlte als in der Schule insgesamt. Natürlich werde ich auch den Kontakt mit den Schülern und den Kollegen vermissen. Insbesondere aber die Zusammenarbeit mit Herrn Grotz. Wir sind hier seit 17 Jahren ein Paar. Wir leben hier von morgens bis abends und das wird mir ganz sicher fehlen. Genauso wie die strahlenden Kinderaugen, die ich auf dem Schulhof sehe, wenn mir Schüler entgegen kommen.
GG: Aber der Schmerz wird natürlich dadurch gelindert, dass man die Möglichkeiten hat mit den Menschen, die einem wichtig sind, in Kontakt zu bleiben.

WB: Wo wird es Sie nun nach den Jahren mit Pult und Konferenzen hinziehen?
RH: Zunächst einmal freue ich mich darauf mein Leben selbst bestimmter zu gestalten. Ich denke, ich werde mich jetzt ganz viel um Frau, Kinder und Haus kümmern. Das ein oder andere ehrenamtliche Engagement wird sich sicher auch noch ergeben. Ich werde keine Langeweile haben, auch wenn ich vieles zurücklassen muss, was mir über Jahre hinweg Spaß gemacht hat.
GG: Dass wir gut zusammengearbeitet haben, wird auch dadurch deutlich, dass ich dieser Antwort nichts Weiteres hinzufügen kann. (msk)
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