Älteste See-Pier im Hamburger Hafen braucht Verstärkung

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Die vier Hafenmeister Klaus, Martin, Peter und Horst (v.l.) würden sich über Verstärkung freuen. Das 106 Jahre alte Dampfschiff „Schaarhörn“ darf wegen seiner Kohlebefeuerung im Sommerbetrieb nicht in der Hafencity liegen. Im Hintergrund: die Elbphilharmonie Fotos: Betz

Stiftung Hamburg Maritim sucht ehrenamtliche Hafenmeister für das Team im Traditionsschiffhafen

Von Malte Betz
Hamburg. Dieser außergewöhnliche Arbeitsplatz bietet ständige Bewegung, es geht auf und ab – selbst wenn man still am Schreibtisch sitzt: Die große Pontonanlage des Traditionsschiffhafens in der Hafencity sucht ehrenamtliche Hafenmeister! „Verstärkung können wir in unserem Team sehr gut gebrauchen“, sagt Klaus Pajunk, einer von derzeit 14 ehrenamtlichen Hafenmeistern im Sandtorhafen. Er und seine Kollegen (davon drei Frauen) wünschen sich ein Team aus 20 bis 22 Kollegen. „Einige von uns machen derzeit eine Menge Schichten.“ Im Sommer werde sich das Problem verschärfen.
Der Sandtorhafen wird von der Stiftung Hamburg Maritim betrieben und ist Heimat für die meisten der stiftungseigenen historischen Segler und Maschinenfahrzeuge sowie zahlreicher Gastlieger. Das Hafenbecken war 1866 das erste Hamburgs, in dem Seeschiffe direkt an der Pier festmachen konnten. Seine geschwungene Pontonanlage, die im Takt der Gezeiten steigt und sinkt, bietet heute Platz für 25 bis 30 historische Fahrzeuge, im Sommer liegen dort auch schonmal 50 bis 60 Rümpfe.
„Eine maritime Vorbildung ist keine Voraussetzung, um bei uns mitzumachen“, erklärt Pajunk. Alles Wichtige bekomme man beigebracht. „Wir sind ein Team, teilen alle Aufgaben auf.“
So gebe es für die Liegeplatzvergabe spezielle Kollegen, die sich darum kümmerten – und das passiere zudem mit einem großen Vorlauf. Spätestens 24 Stunden vor dem An- oder Ablegen müssen sich die Skipper beim Hafenmeister melden. Grund: die Mahatma-Gandhi-Klappbrücke an der Einfahrt des Hafenbeckens. Ihre Öffnung muss bei der Hamburg Port Authority (HPA) angemeldet werden. „Mal eben aufmachen – das geht hier nicht“, erklärt Panjunk. Drei HPA-Mitarbeiter kommen extra angefahren, sperren die Straße und starten die Maschinen im Brückenwärterhäuschen.
„Die Brückenanmeldung ist aber nur eine Aufgabe von vielen“, sagt Panjunk. Ob die Versorgung mit Strom und Wasser für die Schiffe oder die Entsorgung ihres Mülls, die Liegegeldabrechnung oder die Kontrolle der Festmacherleinen – es muss sich um mehr gekümmert werden, als es wohl die meisten der Besucher und Touristen auf der 5.600 Quadratmeter großen schwimmenden Flaniermeile ahnen. „Ein Schnack mit den Touristen gehört natürlich auch mal dazu“, sagt Klaus Pajunk und lächelt, „ein bisschen verstehen wir uns auch als Touristenführer.“
Die Hafenmeister im Sandtorhafen sind im Winter täglich von 10 bis 15 Uhr an der Pier und in ihrem schicken Pavillon-Büro. Im Sommer wird von 10 bis 18 Uhr im Zweischichtsystem gearbeitet. Interessenten seien herzlich willkommen, einmal vorbeizuschauen, versichert Pajunk. Alle Kontaktdaten unter sandtorhafen.de. (Bez)
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