Angeschmierte Chaussee

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Die frisch sanierte Front des Gebäudes an der Bramfelder Chaussee 271. Das Geschäft bemüht sich, mit Matratzen die „Spraykunst“ zu verbergen

Unbekannte verschandeln seit Wochen Gebäude und Schilder mit Graffiti

Hamburg. Das sieht nicht schön aus: In den vergangenen Wochen wurden Fassaden, Fenstern, Tore und Verkehrsschilder mit Graffiti-Tags verschandelt. Von den Tätern bisher keine Spur.
Erst im Sommer war das Gebäude an der Bramfelder Chaussee 271, in dessen Erdgeschoss sich eine Filiale von Matratzen Concorde befindet, aufwändig saniert. Nur zwei Monate später wurde es von Graffiti-Sprayern verschandelt. Alexander Wied, Bezirksleiter des Unternehmens: „Das ist sehr ärgerlich. Allerdings sind wir nur Mieter in diesem Haus und die Entfernung ist Vermietersache. Leider tut er sich da schwer.“ Doch nicht nur dieses Eckgebäude ist betroffen. Schräg gegenüber bietet sich ein ähnliches Bild: Lila Tags (Tags sind „Markierung“ in der Graffiti-Sprache) prangen auf dem Holztor einer Hofeinfahrt. Zehn Schritte weiter wurde die Ladenfront eines leer stehenden Geschäftes komplett mit Graffiti besprüht. Da die Schmierereien das Bild des Stadtteils verschandeln, fragen sich viele Bramfelder, weshalb das Bezirksamt hier nicht eingreift und die Schmierereien so schnell wie möglich wieder entfernt. Ein Bezirksamt-Sprecher: „Wir können nur auf öffentlichem Grund tätig werden.“ Es ist also – wie an der Bramfelder Chaussee 271 Vermieter- beziehungsweise Eigentümersache, die Farbe zu entfernen. Allerdings vergreifen sich die unbekannten Täter auch an Ortsschildern, die in die Zuständigkeit des Bezirksamtes fallen. Die Verunstaltung an den Stadtteilschildern seien bekannt, heißt es dort. Die baulichen Mängel würden im Rahmen der personellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten abgearbeitet. Den Hauseigentümern bleibt nur, Anzeige wegen Vandalismus gegen Unbekannt zu stellen. (ts)

GRAFFITI: Beseitigung kostet jährlich 500 Mio.
Graffiti ist ein Sammelbegriff für thematisch und gestalterisch unterschiedliche, sichtbare Elemente, zum Beispiel Bilder, Schriftzüge oder sonstige Zeichen. Sie werden mittels verschiedener Techniken, meist Spraydosen, auf Oberflächen im privaten und öffentlichen Raum erstellt. Graffitis werden zumeist unter Pseudonym und ohne Genehmigung gefertigt. Die Akzeptanz und Definition von Graffiti ist unterschiedlich ausgeprägt. Werden Graffiti in der öffentlichen Wahrnehmung, insbesondere die nicht genehmigten Graffiti, meist als Form des Vandalismus betrachtet, werden sie von anderer Seite auch als Form der Kunst anerkannt. Die Entfernung unerlaubter Graffiti an Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln verursacht nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Haus- und Grundeigentümer pro Jahr Kosten von rund 500 Millionen Euro. (ts)
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