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„Sicher, es ist nur ein kleines Haus am Ende der Hufnerstraße, aber es hat bis jetzt überlebt“, sagt Reinhard Otto, Geschichtswerkstatt Barmbek. Foto: Kuchenbecker
 
Das Sanierungskonzept für die Hufnerstraße sieht eine „Schließung“ der Lücke zwischen den Hausnummern 122 bis 118 vor. Entstehen hier bald viergeschossige Wohnungen? Reproduktion: Kuchenbecker

Das Schicksal des „grünen Hauses“ ist besiegelt

Von Nicole Kuchenbecker
Barmbek. Für das grüne Haus an der Hufnerstraße 122 gibt es keine Hoffnung mehr: Das Denkmalschutzamt stuft die alte Villa jetzt als nicht denkmalschutzwürdig ein. „In der Tat sind bei uns mehrere Anfragen beziehungsweise Denkmalvorschläge zu dem Gebäude eingetroffen, das bisher nicht als denkmalschutzwürdig eingeschätzt wurde“, sagte Stefan Nowicki, Sprecher der Kulturbehörde Hamburg auf Anfrage.
Die jüngste Prüfung des Gebäudes und die entsprechende Diskussion im Kollegenkreis hätten ebenfalls zu der übereinstimmenden Einschätzung geführt, dass es sich nicht um ein denkmalschutzwürdiges Gebäude handle. Zwar stelle innerhalb des von weitreichenden Kriegszerstörungen geprägten Barmbek das 1890 erbaute Wohnhaus – gemeinsam mit dem gewerblich genutzten Hofgebäude – ein heute seltenes Beispiel dar für die Ende des 19. Jahrhunderts typische Parzellenstruktur und -nutzung in diesem Bereich.

Damals hieß es in seinem Protokoll vom 8. April „Der Beirat beschließt einstimmig die Empfehlung des Erhalts und der Sanierung des Gebäudes inklusive der Hofsituation.“ die Ende des 19. Jahrhunderts typische Parzellenstruktur und -nutzung in diesem Bereich.„Allerdings wiegen die Veränderungen an dem Gebäude, wie zum Beispiel die Verlegung des Hauseingangs, zu schwer, um eine Denkmalschutzwürdigkeit zu begründen“, so Nowicki weiter, „die Tatsache, dass es sich in diesem Bereich der Straße um das einzige erhaltene Beispiel jener Zeitschicht handelt, wirkt sich hier eher nachteilig auf die Aussagekraft aus. Insbesondere nach dem Wegfall der ehemals südlich unmittelbar angrenzenden Nachbarbebauung mit ähnlicher Parzellenstruktur stellt sich die Nr. 122 heute als angegriffenes Relikt der historischen Bebauung dar.“ Das grüne Haus, das von seinen einstigen Bewohnern das Haus der Hoffnung genannt wurde, konnte nicht gerettet werden. Zu angegriffen, zu marode. Dabei hatte der Sanierungsträger, die BIG Städtebau, doch bereits 2008 auf den Zustand des Hauses aufmerksam gemacht.
Damals hieß es in seinem Protokoll vom 8. April „Der Beirat beschließt einstimmig die Empfehlung des Erhalts und der Sanierung des Gebäudes inklusive der Hofsituation.“ Und dass, obwohl für die drei Grundstücke 122, 120 und 118 an der Hufnerstraße nach dem Erneuerungskonzept ganz andere Pläne vorlagen. Nur ein paar Monate später tagte der Sanierungsbeirat erneut. Aus dem Protokoll vom 2. September 2008 geht schließlich hervor, dass „eine Sanierung des sehr maroden Gebäudes aufgrund der unverhältnismäßig hohen Sanierungskosten und der geringen Flächenausnutzung nicht vertretbar sei. Es ist höchst unwahrscheinlich, hierfür einen Investoren zu finden. An dem bisherigen Ziel „Neubau Wohnen“ und damit Schließen der Baulücke wird auch weiterhin festgehalten“, heißt es darin. Bislang liegt noch keine Abrissgenehmigung für das grüne Haus vor. Das teilte das Bezirksamt Hamburg-Nord auf Anfrage des Wochenblattes mit. Allerdings seien die Grundstücke 120 bis 124 verkauft worden und der neue Eigentümer habe angefragt, ob eine Bebauung mit zwei Mehrfamilienhäusern möglich sei. „Eine Vorentscheidung über die geplanten 24 Wohnungen ist noch nicht erfolgt“, so Peter Hansen, Sprecher des Bezirksamtes Hamburg-Nord. Diese wird allerdings für Ende Juli/Anfang August erwartet. Ein Baubeginn ist erst nach einer erteilten Baugenehmigung möglich. (nk)
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