Ausgereifte Ideen

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Sie diskutierten im Beisein des Wochenblattes eifrig über Verbesserungen für Senioren: Elfriede Hofmann, Beatrice Roggenbach, Ingrid Frost, Ahned Syed und der Q8-Praktikant Mattia Basetti (von links) Fotos: Grewe
 
Ahned Syed (70): „Ich lebe seit 35 Jahren in Steilshoop. Man sollte sich hier die Menschlichkeit bewahren“

Steilshooper Senioren wollen mehr für einen lebenswerten Stadtteil tun

Hamburg. „Als ich vor einem Jahr die Projektleitung ‚Q8‘ in Steilshoop übernahm, fiel mir als erstes auf, wie groß das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche ist“, sagt Beatrice Roggenbach gegenüber dem Wochenblatt. Nachdem die 49-Jährige dann den Kontakt zu diversen Einrichtungen für Senioren aufgenommen hatte, stellte sie schnell fest, dass hier Einiges „im Argen ist“.
„Die einzelnen Initiativen bieten zwar unter anderem Seniorentreffs an, aber eine gemeinsame Organisation des Angebots aller Initiativen gibt es nicht. Und außerdem merkte ich, dass das Freizeitangebot viel zu gering ist“, so Roggenbach weiter.
Beatrice Roggenbach hatte deshalb im Frühjahr die Idee, in drei Veranstaltungen das Gespräch mit den Senioren im Stadtteil zu suchen. Unter dem Motto „Mach dich auf, bleib nicht zu Haus!“ wurden folgende Treffen den Steilshooper Senioren angeboten: Ein Stadtteilspaziergang für Senioren, die Veranstaltung „Senioren in Bewegung“ und eine Senioren-Bürgerversammlung. Organisiert wurden diese Veranstaltungen nicht nur von Beatrice Roggenbach von „Q8“, ein Projekt der Evangelischen Stiftung Alsterdorf zur Quartiersentwicklung, sondern darüber hinaus von sechs weiteren Initiativen: Der Seniorentreff, die AWO, das Haus der Nachbarschaft, die Alsterdorfer Assistenz Ost, ProQuartier und QPlus. Aus diesen drei Veranstaltungen gingen Arbeitsgruppen mit Steilshooper Bürgern hervor, die sich heute regelmäßig treffen und jede Menge Ideen für ihren Stadtteil haben.
Zusammenarbeit wichtig
Auf den drei Veranstaltungen fand ein reger Gedankenaustausch statt, mit Vorschlägen. wie das Leben für Senioren verbessert werden kann. „Was gefällt Ihnen nicht in Steilshoop? Was sollte noch besser werden?“ Das waren die Ausgangsfragen der Veranstalter. „Dabei ist ganz wichtig, dass die verschiedenen Initiativen eng zusammen arbeiten und möglichst alle zwei Monate gemeinsam ihre Angebote für Senioren sammeln und als Info-Zettel herausgeben. Internet haben ja nicht alle älteren Leute“,
betont Beatrice Roggenbach.
Eine, die alle drei Veranstaltungen mitgemacht hat, ist Efriede Hofmann(69), die seit 1979 in Steilshoop lebt. Sie hat zum Beispiel beim Stadtteilspaziergang für Senioren, der unter Leitung eines Naturexperten zum Appelhoffweiher führte, entdeckt, welche Naturschönheiten sich im Stadtteil befinden. „Und sehr interessant fand ich auch die Veranstaltung ,Senioren in Bewegung‘. Ich stellte für mich fest, wie viele Sportgeräte, die eigentlich für Kinder konzipiert sind, auch von Senioren genutzt werden können.“
Speziell auf der dritten Veranstaltung, der Senioren-Bürgerversammlung, wurden viele konkrete Themen für Senioren angesprochen: Es wurde über eine neue Ampel und einen Zebrastreifen diskutiert, der durch die Busbeschleunigung in der Gründgensstraße wegfiel. Da das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum Steilshoop nicht mehr sehr einladend ist und nach und nach die Geschäfte dort abwandern (lesen Sie nächste Woche mehr darüber im Wochenblatt), diskutierte man auch über einen Begleitservice, der älteren Menschen ermöglicht, zum Beispiel in anderen Stadtteilen wie im nahen Bramfeld einkaufen zu können. „Gut wären außerdem, gemeinsame Ausflüge zu Theateraufführungen zu organisieren. Das bringt die Senioren aus ihrer Isolation“, meint Ingrid Frost vom Haus der Nachbarschaft. Sie lebt seit 1972 im Stadtteil und fühlt sich rundum wohl. Allerdings sieht sie gerade für Menschen mit Handicap auch viele Probleme: „Hoch stehende Gehwegplatten werden leicht zu Stolperfallen, unabgesenkte Bordsteinkanten schränken die Beweglichkeit mit Rollator oder Rolli erheblich ein“, so Ingrid Frost. Da gibt es noch viel zu tun... (eg)

Kontakt: Beatrice Roggenbach, Tel.: 0152 2944 7969
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