Barmbeks Architekt

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Nikolaus Gurr in seinem Büro Foto: Gurr/ut

Nikolaus Gurr hat das Gesicht Barmbeks mitgestaltet. Wo er noch Potenzial sieht

Barmbek „Ich kann hier gut leben“, antwortet Nikolaus Gurr lapidar auf die Frage, welchen Eindruck er von Barmbek nach all den Jahren habe, und schmunzelt. Der Landschaftsarchitekt lebt seit 1985 in Barmbek und hat den Wandel in den letzten 30 Jahren miterlebt, das aktuelle Bild des Stadtteils aber auch selbst erheblich mitgeprägt. Mit seiner Firma, die seit 2000 „GHP Landschaftsarchitekten“ heißt und seit 1990 in Barmbek aktiv ist, hat er u.a. die Außenseite der T.R.U.D.E., das SAGA-Hauptquartier und den Neubau des AK Barmbek mitgestaltet. Im Juli feierten Gurr und seine Kollegen im Innenhof ihres Bürogebäudes bei bestem Wetter ihr 25-jähriges Jubiläum. Die Entwicklung Barmbeks in den letzten Jahren sieht er positiv: „Ich finde, die städtebauliche Situation wurde gut gelöst. Das VBG-Hochhaus ist meiner Meinung nach ein Zeichen für Barmbek, auch wenn es kritisch betrachtet wird. Das Zentrum um den Barmbeker Bahnhof, um das es einen Ideenwettbewerb gab, das VBG, die Passage: Das sind Mittelpunkte, die Barmbek braucht“ sagt der Landschaftsarchitekt und fügt kritisch hinzu: „Nur eins finde ich schade: Am Bert-Kaempfert-Platz, da hätte man eine Tiefgarage bauen können. Das ist meine subjektive Meinung. Und den Stadtpark-Tower verstehe ich nicht, das sind meiner Meinung nach drei Geschosse zu viel. Außerdem müssen die Radfahrer und die Autofahrer, das sieht man in der Fuhle, einander akzeptieren. Das Miteinander ist ganz wichtig!“ Die Zukunft Barmbeks sieht er positiv, schon allein, weil er berufsbedingt immer die Perspektive sehe.
Nach einer „holprigen Schullaufbahn“ habe Gurr nach einer Situation gesucht, in der er kreativ sein kann und absolvierte eine Lehre als Landschaftsgärtner. „Um mich von der Pike auf in das Arbeitsfeld einzuarbeiten“, wie er sagt. „Das ist wichtig, damit man die Praxis kennt und die Arbeit draußen einschätzen kann“. Anschließend begann er sein Studium der Landschaftsarchitektur an der FH Osnabrück, das er 1978 mit dem Diplom abschloss. Bevor er 1980 nach Hamburg und 1985 schließlich nach Barmbek „wegen der schönen großen Wohnungen“ kam, verbrachte er noch zwei Jahre in der Nähe von Nürnberg, „um auch mal den Süden Deutschlands kennenzulernen.“ In Barmbek weiß er Wohnen und Arbeiten zu trennen, obwohl beides nah beieinander ist. Dies sei ihm besonders wichtig. Seinen Beruf übt er mit Leidenschaft aus: „Wir sind ein vielseitiges Berufsfeld, das mit vielen anderen Gewerken zusammenarbeitet. Das macht diesen Beruf so wahnsinnig spannend“, so Gurr. Privat weiß er vor allem die Barmbeker Gastronomie zu schätzen: „Közlava, Saigon und Anna e Luciano: Das sind für mich Gastronomen, die einen kleinen Tick was anders machen“, sagt er. Genau wie Nikolaus Gurr selbst. (ut)
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