Baugemeinschaft setzt auf Holz

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Noch sehen sie aus wie Installationen von Christo, aber bis zum Herbst sollen die Holzhäuser der Baugemeinschaft Plan A bezugsfertig sein
Barmbek/ Winterhude. Drei Punkthäuser, also Häuser, die um einen zentralen Punkt geplant sind, durchbrechen die exakt am Straßenverlauf ausgerichtete Ordnung der Neubausiedlung am Alten Güterbahnhof. Noch sind sie verhüllt, doch der Blick unter die weiße Plane zeigt, dass die Arbeiten weit fortgeschritten sind. Die Häuser, die aus Holz rund um ein Treppenhaus aus Beton gebaut werden, gehören elf jungen Familien. Als „Baugemeinschaft Plan A“ sind sie dabei, sich hier zwischen Bahntrasse und Alsterlauf ein neues Zuhause zu schaffen - nach eigenen Vorstellungen und mit Perspektive auf ein intensives nachbarschaftliches Miteinander.
Beratung und Unterstützung erhält die Gruppe bei der Agentur für Baugemeinschaften und bei der Lawaetzstiftung.
Die Planungen reichen in das Jahr 2011 zurück. Nachdem zwei andere Bewerbungen gescheitet waren, bewarb sich die Gruppe um das Grundstück am Alten Güterbahnhof. Dieses Mal mit Erfolg. Die Ausschreibung richtete sich ausdrücklich nicht an den meistbietenden Investor, sondern an den Bewerber mit dem besten Konzept. „Ein bisschen Glück hatten wir auch, aber ausschlaggebend war wohl, dass wir mit Holz bauen wollten“, vermutet Diplom-Ingenieur Neil Winstanly, Geschäftsführender Gesellschafter der Spine Architects GmbH. Das „wir“ ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn der Architekt wird selbst mit Frau und zwei Kindern eine der insgesamt elf Wohnungen beziehen. Abgesehen von feuersicheren Stahlbetontreppenhäusern wurden die drei Punkthäuser der Baugemeinschaft komplett aus Fichtenholz errichtet. Die Bauelemente wurden in Österreich passgenau gefertigt und vor Ort montiert. Um einen Energieeffizienz-70-Standard zu erreichen, werden die Wände nun noch gedämmt und verputzt. „Ich hoffe, dass wir im Oktober oder November einziehen können“, so Neil Winstanly. Alle Wohnungen verfügen über mindestens 106 Quadratmeter Wohnfläche und haben eine Terrasse oder einen Balkon. Der Garten soll gemeinschaftlich genutzt werden. Außerdem gibt es auf jedem Dach eine große Terasse, die ebenfalls für alle zugänglich ist. Auch für ihr Quartier hat sich die Baugemeinschaft schon etwas ausgedacht: „Aus dem restlichen Baumaterial wollen wir in Eigenarbeit eine Leselaube errichten, die wir auch für die Nachbarschaft öffnen werden“, berichtet Neil Winstantly. (bb)
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