Bewegung fürs Quartier

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V. l.: Pastorin Raute Martinsen, Meggi Krieger vom Goldbekhaus und Q8-Quartiersentwicklerin Miriam Krohn sind gespannt auf die Ergebnisse der Zukunftswerkstätten, die 2014 unter dem Titel „Winterhude bewegt sich“ veranstaltet werdenFoto: Burmeister

Entwicklungsprojekt Q8 hofft auf Engagement der Anwohner

Von Britta Burmeister
Hamburg. Rund 50 Gäste haben in der vergangenen Woche an einem Bürgerforum in der Matthäuskirche teilgenommen, zu dem das Quartiersentwicklungsprojekt Q8 Winterhude-Uhlenhorst, das Goldbekhaus und die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Winterhude-Uhlenhorst eingeladen hatten. Zur Diskussion stand das Thema: „Winterhude bewegt sich – Leben und Wohnen im Alter“.
Bereits der Vortrag von Wolfgang Gröbe, Vorsitzender der Grafschafter Bürgergemeinschaft im niedersächsischen Nordhorn, sorgte in der Pause für angeregte Gespräche. Der Hauptteil des Abends war schließlich dem eigenen Lebensumfeld gewidmet. In sieben Kleingruppen diskutierten die Besucher des Bürgerforums, was ihnen – bezogen auf die Lebensbereiche „Wohnen“, „Hilfe und Unterstützung“ und „Freizeit und Aktivitäten“ – in Winterhude-Uhlenhorst gefällt und wo sie Verbesserungsbedarf sehen.
„Es geht darum, der Energie im Stadtteil nachzuspüren und sie für eine positive Entwicklung zu nutzen“, sagt Gastgeberin Miriam Krohn. „Wie geht es den Leuten? Was wünschen sie sich? Wenn wir das wissen, können die Einrichtungen im Stadtteil ihre Potenziale danach ausrichten!“
Im Auftrag der Evangelischen Stiftung Alsterdorf leitet Miriam Krohn seit April 2012 das Quartiersentwicklungsprojekt „Q8 – Winterhude-Uhlenhorst“. Finanziert wird das Vorhaben, das zeitgleich auch noch in sechs weiteren Quartieren in Hamburg und Schleswig-Holstein umgesetzt wird, von der Aktion Mensch und der Nordmetall-Stiftung.
Zu den Aufgaben der Quartiersentwickler gehört es, Handlungsempfehlungen für eine positive Stadtteilentwicklung auszusprechen und die Menschen im Quartier miteinander zu vernetzen, die imstande sind, diesen Prozess voranzutreiben.

66 Prozent Single-Haushalte

Grundlage für die Quartiersentwicklung ist ein 65-seitiges Stadtteilprofil, das Miriam Krohn zu Beginn des Projektes erarbeitet hat. Eine Besonderheit sticht aus den Statistiken, die sie dafür erhoben hat, besonders hervor: 66 Prozent der Haushalte im Q8-Quartier Winterhude-Uhlenhorst sind Single-Haushalte. Und schon heute sind 19 Prozent der hier lebenden Alleinstehenden älter als 65 Jahre. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind das 3.400 Männer und Frauen. Tendenz steigend.
„Es ist absehbar, dass Unterstützungsbedarf zum gesellschaftlichen Normallfall wird“, benennt Miriam Krohn das Thema, dem sich auch Stadtteile wie Winterhude, Uhlenhorst und Barmbek stellen müssen. „Wir werden immer älter und haben zugleich den Wunsch, so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden oder wenigstens in der vertrauten Umgebung leben zu können. In Winterhude-Uhlenhorst fehlt dafür bisher die Infrastruktur.“ Für Meggie Krieger, im Goldbekhaus verantwortlich für den Bereich kulturelle Bildung, ist der demographische Wandel im Stadtteil schon länger ein Thema. Die Arbeit mit Senioren gehört zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit. „Unser Angebot soll älteren Menschen Impulse geben und ihnen dabei helfen, neue Lebensperspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln“, sagt sie. „Das Goldbekhaus bietet gestalterischen Freiraum, gemeinsam Ressourcen zu entdecken und zu mobilisieren.“ Vom Quartiersentwicklungsprozess erhofft sie sich Hinweise, diese Arbeit weiter zu optimieren.

Lösung durch Zukunftswerkstätten

Die angeregte und konzentrierte Beteiligung am Bürgerforum zeigte den Kooperationspartnerinnen, zu denen als Gastgeberin auch Pastorin Raute Martinsen von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Winterhude-Uhlenhorst gehörte, dass sie mit der Auswahl der Themen richtig lagen. Drei Zukunftswerkstätten sollen im ersten Halbjahr 2014 Gelegenheit geben, die Fragestellungen zu vertiefen und erste Lösungswege zu erarbeiten. Die Besucher des Bürgerforums verließen die Matthäuskirche am Donnerstag mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. Allein das Gespräch unter Nachbarn empfanden viele als anregend und bereichernd. Winterhude bewegt sich. Ein erster Schritt ist getan.

Die Veranstaltungsreihe „Winterhude bewegt sich“ wird am 27. Februar 2014 mit einer Zukunftswerkstatt zum Thema „Wohnen“ fortgesetzt. Dafür werden noch engagierte Bürger gesucht, die Lust haben sich ehrenamtlich und mit vielen Ideen zu beteiligen. Fragen zum Quartierentwicklungsprojekt Q8 beantwortet Miriam Krohn unter t 41 34 66 15. Informationen gibt es auch im Internet unter:
q-acht Unter grafschafterbuerger erfährt man mehr über die Grafschafter Bürgergemeinschaft, die hilfsbedürftige Mitbürger in nahezu allen Lebensbereichen unterstützt. (bb)
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