Boden verseucht?

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Susanne Zechendorf und ihre Fraktion wünschen sich mehr Verantwortungsgefühl.Foto: Sobersko

Im Soll: Neue Wohnungen auf ehemaliger Deponie

Von Tanja Sobersko
Bramfeld. In Zeiten knappen Wohnraums ist es immer eine gute Nachricht, wenn sich Wohnungsneubau ankündigt. Bei aller Begeisterung muss jedoch Sicherheit immer oberste Priorität bleiben. Aus diesem Grund hat die Fraktion der Grünen im Januar eine Anfrage an die Stadt Hamburg, an die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt gestellt, in der es darum geht, ob die Fläche des Baugrundstücks in der Straße „Im Soll“ aufgrund von Müllabladung kontaminiert ist und ob eine Sanierung des Bodens nicht nur sinnvoll, sondern auch nötig wäre.
Die Grünen fordern einen Bodenaustausch vertraglich beim Verkauf an den Investor festzulegen, sollte sich eine Verseuchung des Bodens herausstellen. Susanne Zechendorf, Fraktionsvorsitzende der Grünen dazu: „Natürlich wollen wir hier nicht Neubau verhindern. Aber sollte eine Sanierung des Bodens nötig sein, so sollte der Boden vor Baubeginn ausgetauscht werden“. Und das dies keine Unmöglichkeit ist, die dort gefordert wird, das beweist der ähnlich gelagerte Fall des Nachbargrundstücks. Vor etwa zehn Jahren erwarb die Hanseatische Baugenossenschaft das Nachbargrundstück von privat. Sie gab selbst Beprobungen in Auftrag und es stellte sich heraus, dass ein kleiner Teil des Areals auffällige Werte zeigt. „Wir hatten Glück, es handelte sich um eine niedrige Schadstoffklasse, aber wir haben den Boden in diesem Bereich ausgetauscht, um jedes Gesundheitsrisiko auszuschließen“, so Andreas Paasch, Vorstandsmitglied der Hanseatischen Baugenossenschaft.
Und nichts anderes wünschen sich die Grünen vom neuen Besitzer der Kiesgrube in der Straße „Im Soll“. Die Behörde gibt an, dass keine Luftbilder oder Unterlagen darüber vorliegen ob und in welcher Form das Grundstück jemals als Mülldeponie genutzt wurde. Es wird aber vermutet, dass weder Haus-, noch Industriemüll je auf dieser Deponie abgeladen wurde. Unstrittig ist jedoch, wie bisherige Bodenuntersuchungen ergaben, dass die Verfüllung der Grube Schwermetalle und Mineralölkohlenwasserstoffe enthält, sowie dass so genannte (giftige) Deponiegase entstanden sind. Dies wurde im Rahmen einer kleinen Anfrage an den Senat, damals von der FDP eingereicht, berichtet.
Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt beantwortet die Anfrage abschließend damit, dass – trotz nicht vollständiger Klarheit über die Bodenkontamination – der Käufer keine vertragliche Auflage zum Bodenaustausch erhält und eine Bebauung ohne Bodenaustausch seitens der Behörde genehmigt werden könnte. (ts)
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