Bolzplatz in Barmbek ohne Ruhetag?

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Lars Herzog, Brita Christov, Daniel Schermer und Philip Irmler hätten gern mal einen ruhigen Sonntag, um gemütlich auf dem Balkon zu sitzen Foto: kg
 
Das Schild mit den Öffnungszeiten wurde schon von Unbekannten abmontiert, hängt jetzt aber wieder deutlich über der Eingangstür Foto: kg
Hamburg: Wittenkamp 19 |

Anwohner am Wittenkampp wollen sonntags keinen Lärm mehr – Behörde prüft

Von Karen Grell
Barmbek
Den Anwohnern im Wittenkamp Nummer 19 drückt der Schuh ganz gewaltig. Sie haben ein ernstes Problem mit dem anliegenden Bolzplatz, der von Jugendlichen zum Spielen genutzt wird. Nicht der Platz selbst ist dabei der Streitpunkt, sondern die Nutzung durch sportliche junge Leute, die hier auch nach den Schließzeiten und an Sonntagnachmittagen vor Ort sind und „Radau“ machen. Grölen, laute Musik und Geschreie, das nerve zwar, aber „selbstverständlich sollen die Kids hier Sport machen“, betont Anwohnerin Brita Christov, deren Balkon zum Spielfeld hin liegt und die gerade am Wochenende gern auch einmal gemütlich draußen sitzen würde. „Wir haben uns hier alle den Balkon für den Sommer schön gemacht und können ihn jetzt einfach nicht nutzen“, beschweren sich auch Daniel Schwermer und Philip Irmler, die selbst Sport betreiben und den Bewegungsdrang der Jungs absolut nachvollziehen können: „Wir fordern nur mal einen ruhigen Sonntagnachmittag.“

Jugendliche klettern über den Zaun

Jan Peter Uentz-Kahn vom Bezirksamt-Nord hat bereits von dem Anliegen der Anwohner gehört und kann von ersten Reaktionen des Bezirks berichten: „Wir haben den Zaun noch einmal um vier Meter erhöhen lassen“, so Uentz-Kahn, viel Wirkung mache das allerdings auf die Jugendlichen leider auch nicht. „Offensichtlich wird der Zaun außerhalb der Öffnungszeiten einfach überklettert“, vermutet er. Täglich bis 22 Uhr und am Sonntag bis 13 Uhr kann auf dem Bolzplatz Ball gespielt und herumgetobt werden, danach müsse unbedingt Schluss sein. „Wir fordern wirklich nur diese wenigen Momente für uns“, so Christov, die sich mit vielen anderen Nachbarn ausgetauscht hat und feststellen konnte, dass sie nicht die einzige ist, die sich ärgert: „Ich habe die Jugendlichen auch angesprochen, bin dafür aber nur beschimpft worden.“

Jugendclubs einbinden

Das Bezirksamt will sich nun im August mit der Leitung des benachbarten Jugendclubs und der Polizei besprechen, um neue Möglichkeiten auszuloten, die eine Einhaltung der Öffnungszeiten bringen könnten. „Am besten wäre es natürlich“, so Schermer und Irmler, „wenn die Jungs und Mädchen selbst zur Einsicht kommen und die Zeiten einfach einhalten würden.“ Es bestehe eben auch die Gefahr, dass sich die jungen Leute beim Überklettern immer höherer Zäune ernsthaft verletzten könnten. Wo die Bebauungen in Hamburg immer weiter verdichtet werden, wird dieser Fall sicherlich nicht der letzte sein, bei dem es Konflikte zwischen Sportlern und Anwohnern gibt. Bei festen Zeiten, die relativ großzügig gewählt sind, „sollte es doch irgendwo auch Verständnis für die Nachbarn geben“. Lars Herzog, der als Schiedsrichter tätig und ebenfalls von der Lärmkulisse betroffen ist, weiß, wie wichtig Sport für die Kids ist, möchte aber den Nachbarn auch ein paar ruhige Stunden bescheren und übernahm deshalb jetzt einen Schlüssel vom Platzwart. Sollte der einmal nicht abschließen können, kann er dann ja einspringen. Ob es hilft?
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