Das ist HOT! Schlagzeug lernen und Parcours in Hamburg

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Eine Wand, gestaltet aus Elektroschrott, ziert jetzt die Billard-EckeFoto: msk
Hamburg. Wer hätte gedacht, dass man aus alten und kaputten Elektrogeräten coole, moderne Kunst machen kann? Der Hohnerkamp Offener Treff (HOT) hat es bewiesen. Über acht Monate bauten Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter des Jugendtreffs eine Wandverkleidung aus ausrangierten Ghettoblastern, Plattenspielern, Boxen und sonstigen Geräten. Eigentlich für die Müllpresse gedacht werten sie die Billardecke vom HOT enorm auf. Ein richtiger Blickfang, basierend auf einem Film. „Die Idee stammte aus einer Kulisse des Tanzfilms ‚Step up to the streets‘“, erzählt Sozialpädagogin und Mitarbeiterin Daniela Nießen. Das Gebrauchtwarenkaufhaus „Stilbruch“ machte dieses besondere Projekt mit kostenlosen Elektroschrottspenden erst möglich. „Unsere Billard-Ecke ist so zu unserem neuen Schmuckstück geworden“, freut sich Daniela Nießen. Besonders cool finden die Jugendlichen, dass eine funktionierende Anlage mitsamt zweier Lautsprecher nahezu unsichtbar in die Wand integriert wurde. So braucht man nur seinen MP3-Player oder das Handy anzuschließen und schon erschallt die Musik durchs HOT.
Seit 1995 befindet sich dieses in der Trägerschaft der Simeon Kirchengemeinde, die auch bis zu 15 Prozent der Gelder für die Einrichtung übernimmt. War das HOT anfangs deeskalierend für den aufkommenden Jugendvandalismus in der Hohnerkamp Siedlung gedacht, fungiert es heute im Rahmen des Konzeptes der Offenen Jugendarbeit. Drei hauptamtliche Sozialpädagogen betreuen dort nun Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren, wobei diese in den letzten Jahren deutlich jünger geworden sind. „Wir haben etwa 90 bis 110 Teilnehmer pro Woche und mit allen haben wir viel Spaß“, so Daniela Nießen, die auch die Leiterin des HOT ist. Neben regelmäßigen Ausflügen bietet das HOT auch kostenlose Veranstaltungen wie Schlagzeugunterricht oder Parcourstraining an. Für Daniela Nießen ist es aber auch wichtig, dass sie und ihre Mitarbeiter neben der Betreuung im offenen Treff auch Ansprechpartner für Probleme sind. „Gerne bieten wir Beratungsgespräche an und nehmen uns die Zeit für die individuellen Bedürfnisse.“ Diese Angebote gelten auch ausdrücklich für die Eltern. Das diese Offenheit des HOT gerne angenommen wird zeigt sich darin, dass auch ehemalige Teilnehmer vorbeikommen. „Obwohl sie nun schon erwachsen sind, kommen sie ab und an wieder vorbei, um zu reden und sich auszutauschen“, so die Leiterin des HOT.
Neben dem offenen Treff und den verschiedenen Angeboten hat sich in den letzten Jahren auch eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen im Stadtteil entwickelt. Im Rahmen dieser Kooperation bietet der Jugendtreff auch Kurse, wie zum Beispiel Kochen, im Nachmittagsbereich der Schule Heidstücken an. Auch diese Schüler profitieren nun von der neuen Billardecke. Denn das HOT ist allemal cooler als ein trister Klassenraum. (msk)
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