Der Herr der Bilder

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Siegfried Hoppe ist leidenschaftlicher Amateur-filmer mit eigenem Studio Foto: Thiele

Siegfried Hoppe sammelt Bramfelder Ansichten fürs Stadtteilarchiv

Bramfeld Seit 1961 lebt Amateurfilmer Siegfried Hoppe in Bramfeld und kennt den Stadtteil mittlerweile wie seine Westentasche. Mit seiner Kamera hat er viele Bilder des damaligen und des heutigen Bramfelds festgehalten. „Als ich hierherkam, war Bramfeld noch sehr dörflich. Es gab viele Gartenanlagen und Obstplantagen“, erinnert sich der 79-Jährige. Und seine Geschichte als Hobbyfotograph beginnt dagegen schon in seiner Kindheit: 1935 in Pommern geboren, erlebt Siegfried Hoppe dort als Zehnjähriger die Gräuel der Vertreibung der Bevölkerung. Ein Erlebnis, über das es ihm noch immer sichtlich schwer fällt zu sprechen. Doch als kleiner Junge übernimmt er die Begeisterung seiner Mutter und hält mit ihrer Kamera seine Umgebung auf Fotos fest. Über viele Umwege kommt Hoppe nach Bergedorf, wo er seine 40 Jahre andauernde Arbeit in einer Werkzeugmaschinenfabrik beginnt, ehe er mit seiner Frau schließlich sein Haus in Bramfeld kauft und zur Arbeit nach Bergedorf pendelt.
In seinem Haus richtet er sich später sogar ein privates Studio ein. Und zur Jahrtausendwende kommt schließlich sein großer Moment als passionierter Amateurfilmer: Als der Bramfelder Ortskern im Jahre 2001 umgestaltet werden soll, will er noch vor dem Umbau Bilder vom bald alten Bramfeld machen und nimmt Kontakt zum Stadtteilarchiv auf. „Wo man lebt und wohnt, da kennt man alles und sieht es als selbstverständlich an. Aber das ist ein Fehler, man muss sich das alles hier viel stärker bewusst machen“, sagt Hoppe.
Seitdem ist er als ehrenamtlicher Mitarbeiter für das Stadtteilarchiv unverzichtbar und zeigt sich vor allem für die Produktion von DVDs mit historischen Filmen verantwortlich. Dazu gehören Filme wie „Bramfeld damals und heute – Vom Dorf zum Stadtteil“ und „Gedenken an Herbert Löwy“, einem Bericht über die Enthüllung einer Gedenktafel für den jüdischen Hamburger, der 1933 aus antisemitischen Gründen aus dem Krankenhaus St. Georg entlassen wurde. Das Stadtteilarchiv hat seine Geschichte, seine Verfolgung und die Geschichte seiner Hamburger Freunde, die ihn versteckten, recherchiert und veröffentlicht.

Vergangenheit bewahren


„Das ist es, was ein Archiv ausmacht: Geschichte bewahren. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten“, erklärt Siegfried Hoppe. Nach 50 Jahren in Bramfeld und vielen Fotos ist seine Liebe zum Stadtteil trotz der Verstädterung geblieben: „Abgesehen von der vielbefahrenen Straße haben wir hier eine hohe Lebensqualität. Es gibt wenige Hochhäuser, wenig Industrie und der Bramfelder See und die Pferdekoppel sind wunderschöne Orte. Ab Bramfeld Richtung Walddörder ist es sowieso ein schönes Wohnen mit viel Wald“, so der Bramfelder, der im Dezember seinen 80. Geburtstag feiert. (ut)
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