Dunkle Vergangenheit

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Deutlich erkennbar: Es ist eine Grabplatte, Teile der Innschrift sind erhalten und für den Fachmann vermutlich sogar gut zu entziffern.Foto: Sobersko
Bramfeld. Es ist eine in ganz Hamburg einzigartige Siedlung. Im positiven wie auch im negativen Sinne. Die Maimoor-Siedlung in Bramfeld. Obwohl direkt von der Bramfelder Chaussee aus zugänglich, liegt sie doch verborgen und kommt sehr idyllisch daher. Auch Ulrike Hoppe und Gudrun Wohlrab haben der Siedlung in ihrem Bramfeld-Buch ein ganzes Kapitel gewidmet. Doch die Geschichte der Siedlung geht viel tiefer, als dieser kurze Abriss zeigen konnte.

Jüdische Grabplatten verarbeitet

Erbaut zwischen 1940 und 1943 sollte die Siedlung, so schien es, Vorbildcharakter haben in Sachen „nationalsozialistisches wohnen“. Auch der Aufwand, mit dem an den Häuserwänden Altgermanische Runen eingearbeitet wurden, deutet darauf hin, dass diese Wohnungen entweder parteinahen Personen oder sogar höheren Funktionären zugedacht waren. Hinweis über Hinweis auf germanische Heldenverehrung und nationalsozialistisches Gedankengut begegnet einem noch heute in der Siedlung. Wie die Straßennahmen, welche allesamt aus dem germanischen Kalender entliehen sind, über die im Mauerwerk eingefassten Runen wie zum Beispiel den Mjölnir, besser bekannt als die Waffe des germanischen Gottes Thor, der in der Mythologie einen Kriegshammer darstellt. Auch befinden sich unter dem gesamten Areal zahlreiche Bunkerkeller, in die man direkt durch die Häuser gelangt. Doch der dunkelste Punkt der Maimoor-Siedlung besteht wohl darin, dass in Begrenzungsmauerwerk sowie in Beeteinfassungen unzählige jüdische Grabsteine verbaut worden sind. Grabsteine, die von den Nationalsozialisten vermutlich von zerstörten jüdischen Friedhöfen abtransportiert und hier als Baumaterial benutzt wurden. (ts)
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